Aktienmärkte
Aktienmärkte
Deutscher und europäischer Aktienmarkt
Nachdem der DAX im Zuge geopolitischer Spannungen und eines etwas enttäuschenden Auftakts zur deutschen Berichtssaison zum vierten Quartal 2025 von Niveaus über 25.000 Punkten unter Druck geriet und bis auf 24.300 Zähler abtauchte, zeigten sich die Anleger am Aktienmarkt wieder zuversichtlicher. Diese Zuversicht am Markt fußt auf günstigen geld- und fiskalpolitischen Rahmenbedingungen sowie einer soliden Gewinnerwartung. Analystenschätzungen gehen davon aus, dass die im DAX vertretenen Unternehmen ein zweistelliges Gewinnwachstum erzielen werden – eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Vorjahren.
Das starke Wachstum ist nicht gleichmäßig verteilt, sondern hängt von einzelnen Sektoren und ihrer Dynamik ab. Besonders der Industriesektor profitiert von gestiegenen Staatsausgaben für Verteidigung und Infrastruktur. Mehrjährige Programme erhöhen die Planungssicherheit und sorgen für stabile Auftragsbestände. Gleichzeitig stellt die anhaltende Unsicherheit, insbesondere durch Zölle, volatile Handelsbeziehungen und eine Dollarabwertung, einen Risikofaktor dar, der exportorientierte Unternehmen vor Herausforderungen stellt.
Der zyklische Konsum, angekurbelt durch gestiegene Löhne und bessere Finanzierungsmöglichkeiten, zeigt nach schwachen Jahren im Automobilmarkt Anzeichen einer Erholung. Politische Fördermaßnahmen könnten 2026 zu einem Plus bei den Neuzulassungen führen. Dennoch bleibt der Sektor angesichts des Wettbewerbs aus China, des Wandels zu Elektrofahrzeugen und potenzieller Zölle besonders risikobehaftet.
Im Technologiesektor stützt die KI-Investitionswelle das Gewinnwachstum, auch wenn nur wenige DAX-Unternehmen direkt zugeordnet sind. Der Ausbau von Rechenzentren und energieeffizienter Elektronik sind zentrale Treiber, während Wechselkursschwankungen zusätzliche Risiken bergen.
Finanzwerte, insbesondere Banken und Versicherungen, profitieren von den Zinssenkungen der EZB und einer stabileren Makrolage. Die Kapitalmarktaktivität und gestiegene Prämien stärken die Ergebnisse, wenngleich Kreditrisiken und Regulierung ein Revisionspotenzial darstellen.
Insgesamt sind die Gewinnerwartungen für den DAX 2026 robust, mit starker Unterstützung aus Industrie, Verteidigung, Technologie und Finanzsektor. Ein breit abgestütztes Wachstum scheint realistisch, auch wenn geopolitische Risiken und Konsumschwächen weiterhin im Blick behalten werden müssen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass der DAX zum Jahresende das Niveau von 27.500 Punkten erreicht, den Euro Stoxx 50 sehen wir zum Jahresultimo bei 6.200 Zählern.
Indexprognose DZ BANK
| Land | Index | aktuell |
Prognose zum 30.06.2026 | Prognose zum 31.12.2026 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | DAX | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=DAX.ETR | 26.500 | 27.500 | |||
| Europa | Euro Stoxx 50 | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=SX5E.DJX | 6.000 | 6.200 | |||
| USA | S&P 500 | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=INX.SON | 7.600 | 8.000 |
Amerikanischer Aktienmarkt
Seit Jahresbeginn 2026 hat der US-Dollar gegenüber dem Euro leicht an Wert verloren. Im gleichen Zeitraum entwickelte sich der US-Aktienmarkt hingegen positiv. So legte der S&P 500 geringfügig zu. Ein ähnliches Muster war bereits im vergangenen Jahr, also zu Beginn von Donald Trumps aktueller Amtszeit, zu beobachten. Seit Anfang 2025 hat der Dollar zum Euro rund 13% an Wert eingebüßt. Gleichzeitig entwickelten sich die globalen Aktienmärkte positiv. So verzeichnete der S&P 500 seit Beginn des Jahres 2025 einen Gewinn von rund 17%.
Bislang wurde die Dollarabwertung also für die US-Aktienmärkte positiv aufgenommen. Steigende Unternehmensgewinne, günstige Finanzierungsbedingungen und eine hohe Risikobereitschaft überlagern die Währungsbewegung. Durch einen schwachen Dollar verbessert sich zudem die preisliche Wettbewerbsfähigkeit US-amerikanischer Unternehmen im Ausland, da ihre Güter und Dienstleistungen in der Währung der Kunden günstiger werden. Dies stützt tendenziell die Nachfrage und kann somit den Umsatz erhöhen. Dies wirkt sich insbesondere auf exportorientierte Unternehmen aus, etwa in Teilen der Industrie, bei ausgewählten Technologien und im Investitionsgütersegment sowie in global ausgerichteten Konsumgüterbereichen. Daneben erzielen große US-Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb der USA. Diese Erlöse fallen in Fremdwährung an und erhöhen bei der Umrechnung in US-Dollar die ausgewiesenen Umsätze und Gewinne, ohne dass sich die Absatzmengen oder die lokalen Preise ändern müssen. Unternehmen mit überwiegend inländischem Geschäft profitieren von diesem Effekt nicht. Da rund 40% der Umsätze des S&P 500 außerhalb der USA erwirtschaftet werden, ist dieser Zusammenhang auf Indexebene grundsätzlich von Bedeutung.
Von Bedeutung für die US-Aktienmärkte ist auch die in den nächsten Tagen weiter gehende US-Berichtssaison zum vierten Quartal 2025. Gemäß dem Datenanbieter FactSet zeigen die bisher veröffentlichten Quartalszahlen eine sehr erfreuliche Entwicklung: Demnach sind die US-Unternehmensgewinne um 11,9% gegenüber dem Vorjahresquartal und damit das zehnte Quartal in Folge gestiegen. 75% der Konzerne berichteten (Stand: Ende Januar) von höher als erwartet ausgefallenen Gewinne, 65% veröffentlichten positive Überraschungen beim erzielten Umsatz. Diese Zahlen verdeutlichen eine gewisse Resilienz der US-Unternehmen in Zeiten geopolitischer Spannungen. Es darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2026 trotz Zollwirren und geopolitischer Krisen um rund 3% expandieren dürfte.
Fazit und Anlagemöglichkeiten
Unterstützt durch diese Rahmenbedingungen rechnen wir mit einem insgesamt positiven Kursverlauf der großen Aktienindizes. Der Marktkonsens erwartet für den S&P 500 und den DAX zweistellige Gewinnzuwächse. In den USA wird der erwartete Gewinnanstieg vor allem von den großen Technologieunternehmen getragen. Die hohen Investitionen der letzten Jahre schaffen die Basis für steigende Umsätze und Gewinne. Davon profitieren auch Firmen, die an der Schnittstelle zur KI-Infrastruktur arbeiten. Dadurch nimmt die Marktbreite zu und mehr Titel außerhalb der „Magnificent Seven” gewinnen an Bedeutung. In Europa sollte die Lage im Finanzsektor stabil bleiben. Energie- und Versorgungsunternehmen profitieren von Investitionen in Energiesicherheit und Netzinfrastruktur. Zudem erhalten die Konzerne der Rüstungsindustrie Auftrieb durch steigende Wehretats.
Hinweis: 1.) Wertentwicklungen von Finanzinstrumenten oder Finanzindizes in der Vergangenheit stellen keinen verlässlichen Indikator für künftige Wertentwicklungen dar. 2.) Soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, werden Wertentwicklungen 'brutto' angegeben, d.h. insbesondere ohne Berücksichtigung von Kosten, Gebühren, Provisionen und ggf. Steuern einer entsprechenden Investition. Dies bedeutet, dass eine tatsächlich erzielbare Rendite der Investition deshalb niedriger sein kann. 3.) Sofern Finanzinstrumente oder Finanzindizes in Fremdwährungen notieren, können Währungsschwankungen die Renditen in Euro positiv oder negativ beeinflussen. Zu den Details eventuell genannter Anlageempfehlungen, insbesondere auch zu den jeweils offenzulegenden Interessenkonflikten zu Emittenten, verweisen wir auf die jeweils aktuelle Research-Publikation zu diesen Emittenten sowie unsere Website www.dzbank.de/pflichtangaben