Aktienmärkte
Aktienmärkte
Deutscher und europäischer Aktienmarkt
Der kurzfristig holprige Verlauf und die höhere Volatilität ändern aus unserer Sicht nichts daran, dass die längerfristigen Perspektiven für den DAX grundsätzlich positiv bleiben. Fiskalpolitische Maßnahmen in den USA, im Euroraum und in Deutschland dürften die Konjunktur stützen. Auf globaler Ebene erscheint in den kommenden Jahren ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von rund 3% im Vergleich zum Vorjahr realistisch.
Das geldpolitische Umfeld bleibt für Aktien grundsätzlich unterstützend. Die Europäische Zentralbank dürfte auf einem weitgehend neutralen Kurs verharren. Die US-Notenbank wird ihren Lockerungspfad voraussichtlich vorsichtig fortsetzen, sofern sich Inflation und Arbeitsmarkt im Rahmen der Erwartungen entwickeln. Für Unternehmen bedeutet dies eine planbarere Zinslandschaft, in der Investitionsentscheidungen und Finanzierungsstrukturen weniger stark unter Druck stehen als in einer Phase rascher Zinsanstiege.
In einem solchen Umfeld sollten die im DAX vertretenen Unternehmen ebenso wie die Konzerne in anderen großen Weltindizes ihre Gewinne spürbar steigern können. Die vom Markt unterstellten zweistelligen Zuwachsraten beim Gewinn je Aktie sind zwar ambitioniert, aber erreichbar, sofern es nicht zu einem ausgeprägten globalen Abschwung kommt. Neben dem moderateren Zinsumfeld liefern strukturelle Trends wie die Digitalisierung, der Einsatz Künstlicher Intelligenz in Geschäftsmodellen und die Transformation der Energiewirtschaft Rückenwind.
Deutlich stärker an der heimischen Konjunktur hängen die kleineren deutschen Indizes MDAX und SDAX. Hier wird entscheidend sein, ob es der Bundesregierung gelingt, aus der erwarteten Erholung im Jahr 2026 einen tragfähigen Aufschwung zu formen. Die Hoffnungen richten sich dabei insbesondere auf die in Aussicht gestellten Strukturreformen, deren Bedeutung Kanzler Merz zuletzt erneut hervorgehoben hat. Planungs- und Investitionssicherheit, beschleunigte Genehmigungsverfahren sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Energieversorgung und die Unternehmensbesteuerung wären zentrale Hebel für eine nachhaltige Belebung des Standorts.
So begrüßenswert die mögliche Perspektive eines Endes der Kampfhandlungen in der Ukraine auch ist, wirklich greifbar ist sie derzeit noch nicht. Damit bleibt der Weg zu einem dauerhaften Frieden in Osteuropa lang. Unabhängig vom weiteren Verlauf des Konflikts gibt es somit auch keinen Anlass, die Anstrengungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland und auf europäischer Ebene zurückzufahren. Auch eine Waffenruhe wäre wahrscheinlich politisch fragil und militärisch zu brüchig, um die laufenden Anstrengungen zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit in Deutschland, der EU und der NATO infrage zu stellen.
Indexprognose DZ BANK
| Land | Index | aktuell |
Prognose zum 30.06.2026 | Prognose zum 31.12.2026 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deutschland | DAX | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=DAX.ETR | 26.500 | 27.500 | |||
| Europa | Euro Stoxx 50 | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=SX5E.DJX | 6.000 | 6.200 | |||
| USA | S&P 500 | VWDimage=http://gis.vwd.com/dzbank/boersenkompass/kurse?symm=INX.SON | 7.600 | 8.000 |
Amerikanischer Aktienmarkt
Auch in den Vereinigten Staaten tragen langfristige Ausgabeprogramme wie der OBBBA (One Big Beautiful Bill Act) zu einer robusten Wachstumsdynamik bei. Sie umfassen Investitionen in Technologie, Energieinfrastruktur und digitale Kapazitäten. Für das Jahr 2026 erwarten wir ein BIP-Wachstum von 2,3%. Global ergibt sich damit ein Weltwirtschaftswachstum von rund 3%.
Zudem stabilisiert sich das internationale Handelsumfeld. Die Vereinbarungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union senken das Risiko unerwarteter Zollerhöhungen und schaffen mehr Planbarkeit für Unternehmen. Trotz fortbestehender sektoraler Handelshindernisse reduziert sich damit ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor. Gleichzeitig treibt die Europäische Union weitere Handelsabkommen mit anderen Regionen voran, wodurch sich der Prozess der Deglobalisierung zumindest verlangsamen lässt.
Die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte haben sich somit verbessert. In den Vereinigten Staaten dürften große Technologieunternehmen und Anbieter von Infrastruktur für künstliche Intelligenz erneut wesentliche Treiber sein. Sie haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen getätigt und sollten daraus steigende Umsätze und Gewinne erzielen. Auch Unternehmen außerhalb der großen Technologiekonzerne tragen zur erwarteten Dynamik bei, darunter Halbleiterhersteller, Anbieter industrieller Automatisierung, Energieversorger und spezialisierte Softwareanbieter. Erleichterungen durch Bestrebungen zum Abbau staatlicher Strukturen dürften zudem weitere Branchen unterstützen.
Die erwartete Aufwärtsbewegung wird jedoch von Rückschlägen begleitet sein. Angesichts hoher Bewertungen reagiert der Markt empfindlich auf negative Gewinnrevisionen. Politische Risiken, wie handelspolitische Spannungen oder die Midterm-Wahlen in den Vereinigten Staaten, können zusätzliche Volatilität erzeugen. Auch Verzögerungen bei der Umsetzung staatlicher Investitionsprogramme oder eine weitere Aufwertung des Euros könnten belastend wirken.
Fazit und Anlagemöglichkeiten
Insgesamt wird 2026 ein Jahr der Bestätigung sein. Die Aktienmärkte müssen zeigen, dass die hohen Bewertungen durch konkrete Ergebnisentwicklungen gerechtfertigt sind. Stabilisierte geldpolitische Bedingungen, langfristige Investitionsprogramme für Verteidigung und Infrastruktur sowie eine zunehmende konjunkturelle Dynamik schaffen dafür günstige Voraussetzungen. Ausschlaggebend bleibt jedoch, ob die Unternehmen die erwarteten Gewinnsteigerungen tatsächlich realisieren können.
In Europa sollte die Lage im Finanzsektor stabil bleiben. Energie- und Versorgungsunternehmen profitieren von Investitionen in Energiesicherheit und Netzinfrastruktur. Zudem erhalten Unternehmen der Rüstungsindustrie Auftrieb durch mehrjährige europäische Beschaffungsprogramme. Aus Sicht der deutschen Indizes werden die positiven globalen Vorgaben und die öffentlichen Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit durch ein Infrastrukturpaket mit erheblichem Finanzierungsrahmen ergänzt. Der DAX dürfte etwas dahinter liegen, aber ebenfalls zulegen und bis auf etwa 27.500 Punkte steigen.
Hinweis: 1.) Wertentwicklungen von Finanzinstrumenten oder Finanzindizes in der Vergangenheit stellen keinen verlässlichen Indikator für künftige Wertentwicklungen dar. 2.) Soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, werden Wertentwicklungen 'brutto' angegeben, d.h. insbesondere ohne Berücksichtigung von Kosten, Gebühren, Provisionen und ggf. Steuern einer entsprechenden Investition. Dies bedeutet, dass eine tatsächlich erzielbare Rendite der Investition deshalb niedriger sein kann. 3.) Sofern Finanzinstrumente oder Finanzindizes in Fremdwährungen notieren, können Währungsschwankungen die Renditen in Euro positiv oder negativ beeinflussen. Zu den Details eventuell genannter Anlageempfehlungen, insbesondere auch zu den jeweils offenzulegenden Interessenkonflikten zu Emittenten, verweisen wir auf die jeweils aktuelle Research-Publikation zu diesen Emittenten sowie unsere Website www.dzbank.de/pflichtangaben