Rohstoffmärkte und Digital Assets
Gold
Vom Krieg im Iran konnte der Goldpreis bislang nicht profitieren. Dies liegt nicht daran, dass das gelbe Edelmetall den Ruf als sicherer Hafen verloren hätte. Vielmehr beeinträchtigen die steigenden und perspektivisch möglicherweise weiter anziehenden Renditen an den Rentenmärkten die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls. Auch der aufwertende Dollar sorgte zeitweise für Gegenwind für den Goldpreis. So verteuert ein festerer US-Dollar den Preis für außerhalb des Dollarraumes ansässige Investoren.
Der übergeordnete Trend der Blockbildung sorgt für eine robuste und langfristige Grundnachfrage nach Gold, insbesondere vonseiten der Zentralbanken. Gleichzeitig bedeutet die kurzfristige Dominanz geopolitischer Ereignisse, dass sich Anleger auf eine tendenziell höhere Volatilität einstellen müssen, da bereits kleine Veränderungen in der Nachrichtenlage zu scharfen Kursreaktionen führen können. Auf Sicht von zwölf Monaten dürfte die Marke von 5.000 US-Dollar je Feinunze Orientierung bieten.
| 18.03.2026 | +3 Monate |
+6 Monate |
+12 Monate | |
| Goldpreis in USD |
4.870 | 4.600 |
4.700 | 5.000 |
| Goldpreis in Euro |
4.231 | 3.900 | 3.915 | 4.100 |
Kryptomärkte
Seit dem Ausbruch der jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten (28. Februar) lässt sich eine bemerkenswerte Divergenz in der Wertentwicklung führender Anlageklassen beobachten. Während traditionelle „sichere Häfen" wie Gold (rund minus 5%), Risiko-Assets, und der S&P 500 (etwas minus 3%) unter Druck gerieten, zeigte der Kryptowährungsmarkt, angeführt von Bitcoin, eine unerwartete Stärke.
Im Kontrast dazu avancierte Bitcoin mit einem Kursanstieg von über 10 % zum kurzfristigen Outperformer. Diese jüngste Rallye muss jedoch im Kontext der breiteren Marktentwicklung gesehen werden: Seit Jahresbeginn 2026 zählte Bitcoin bis zum Ausbruch des Konflikts zu den Anlageklassen mit der schwächsten Performance. Die beobachtete Performance-Diskrepanz zeigt jedoch sein Potenzial, in spezifischen Stressszenarien unkorreliert zu traditionellen Märkten zu agieren.
Die positive Kursreaktion ist vielseitig und wird durch mehrere Faktoren gestützt, die über reine Marktspekulation hinausgehen. Ein wesentlicher Treiber ist die zunehmende institutionelle Akzeptanz, manifestiert durch Kapitalzuflüsse in börsengehandelte Bitcoin-Spot-ETFs. Dies deutet auf ein strategisches Interesse hin, Bitcoin als Instrument zur Diversifikation und als Absicherung gegen systemische Risiken zu nutzen. Die narrative Etablierung von Bitcoin als „digitales Gold" – dezentral und quantitativ begrenzt – gewinnt somit in Krisenzeiten wieder an Überzeugungskraft.