Das Bild stellt ein Gleichgewicht zwischen traditionellen Rohstoffen und digitalen Währungen dar. Links sieht man Goldbarren, die klassische Rohstoffe verkörpern, und rechts eine Bitcoin-Münze, die für digitale Vermögenswerte steht. Das Gleichgewicht wird durch eine einfache Waage symbolisiert, auf der beide Elemente gleichmäßig verteilt sind, um die Idee eines Gleichgewichts zwischen traditionellem und digitalem Markt zu vermitteln. Der Text "Rohstoffmärkte und Digital Assets" verstärkt diese Darstellung, indem er sowohl den traditionellen als auch den modernen Aspekt der Wertschöpfung anspricht.

Rohstoffmärkte und Digital Assets

Gold

Die Reaktion des Goldpreises auf den Ausbruch und die Auswirkungen des Iran-Krieges hat bei einigen Beobachtern für Verwirrung gesorgt. Ent­gegen der traditionellen Lehrbuchmeinung, dass Gold in Zeiten erhöhter Un­sicherheit als „sicherer Hafen“ verstärkt nachgefragt wird, hat das gelbe Edel­metall nach einem anfänglichen Anstieg eine erhebliche Preiskorrektur erfahren. Grund hierfür sind revidierte (US-)Leitzinserwartungen, steigende Rendi­ten bei Staatsanleihen und Nachschussforderungen im Aktienbereich. Für Gold stellt diese Entwicklung einen direkten Gegenwind dar, da höhere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold steigen lassen.

 

Im Zuge der eingetretenen Deeskalation hat der Dollar auf breiter Front nachgegeben. Auch die US-Zinssenkungsfantasie hat sich im Zusammenhang niedrigerer Rohölpreise wieder etwas belebt. In diesem Umfeld stieg der Gold­preis zeitweise über die 4.800-US-Dollar-Marke.

 

Die fundamentalen Treiber der Goldnachfrage sind nach wie vor intakt. Das Jahr 2026 hat bisher einmal mehr verdeutlicht, dass sich die Welt auf einem Weg zur Blockbildung befindet. Ein Trend, von dem es in absehbarer Zeit keine Abkehr geben wird und von dem Gold als ultimativer sicherer Hafen profitiert. Ein Spiegelbild dieser Blockbildung sind die Währungsreserven der Zentral­banken. Trotz des starken Preisanstiegs gaben in einer aktuellen Umfrage viele Zentralbanken an, den Anteil des gelben Edelmetalls in ihren Reserven nach wie vor erhöhen zu wollen. Zentralbanken bleiben somit eine strukturelle Stütze für die Goldnachfrage. Wir erwarten trotz kurzfristiger Volatilität eine Rückkehr zur 5.000 US-Dollar-Marke bis zum Jahresende.

Goldpreis (US-Dollar/Feinunze)
  08.04.2026 +3 Monate
+6 Monate
+12 Monate
Goldpreis in USD
4.793

4.600

4.700

5.000

Goldpreis in Euro
4.096 3.965 3.985 4.165
Quelle: FactSet, DZ BANK

Kryptomärkte

Nach einer unsicheren Phase zeigt der Kryptomarkt wieder Stärke, ange­trieben von institutionellem Kapital. US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten am 6. April mit 471 Mio. US-Dollar die stärksten Zuflüsse seit über sechs Wochen, wodurch Bitcoin charttechnische wichtige Marken durchbrach. Gleich­zeitig ist der MACD-Indikator ins Positive gedreht – ein Signal für zunehmendes Momentum. Der gesamte Kryptomarkt zog mit und legte innerhalb von 24 Stun­den über 4% zu.

 

Die eigentliche positive Signalkraft erfolgte allerdings erst am 8. April: Morgan Stanley betritt die Arena nicht nur als Wiederverkäufer, sondern als Emittent eines eigenen Spot-Bitcoin-ETFs (MSBT). Als erste große US-Bank mit einem hauseigenen Produkt verfügt Morgan Stanley über eine beispiel­lose Vertriebsmacht. Mit einer aggressiven Gebühr von 0,14% und einem riesigen Vertriebsnetz könnte dies die breite Adaption in traditionellen Portfolios entscheidend beschleunigen.

Bitcoin vs US-Dollar