Das Bild stellt ein Lager oder Logistikzentrum dar, in dem eine große Menge von Kartons und Paketen gestapelt und sortiert wird. Im Vordergrund sind Förderbänder zu sehen, die dazu dienen, die Pakete zu transportieren und zu organisieren. Arbeiter sind zu erkennen, die mit der Bearbeitung und Verwaltung der Pakete beschäftigt sind. Im Hintergrund sind hohe Regale vollgepackt mit weiteren Kartons zu sehen. Diese Umgebung ist typisch für zentrale Distributionseinheiten, in denen Waren umgeschlagen, gelagert und für den Versand vorbereitet werden.

Konjunktur Deutschland

Konjunktur Deutschland

Realismus – ohne Fatalismus

Das deutsche Glas ist bekanntlich oft halb leer, und lange war der gefühlte Pegelstand nicht mehr so niedrig wie heute. Kein Wunder: Das Narrativ einer dem Untergang geweihten Wirtschaft schreibt sich beim Studium der aktuellen Nachrichtenlage von allein. Das Wachstum hat sich nach dem Energiepreis­schock von 2022 nie richtig erholt. Die Industrie verliert an Wettbewerbs­fähigkeit. Exporte in die USA und nach China schwächeln, und die an-gespannte geopolitische Lage belastet zusätzlich. Nicht geholfen hat dabei das Ringen um die Zukunft Grönlands zwischen Amerika und der EU. Entsprechend dominieren die Negativnachrichten. Das ist verständlich, aber auch gefähr­lich. Ein Land, das sich selbst für wirtschaftlich gelähmt erklärt, erzeugt genau jene Investitions- und Konsumzurückhaltung, die es anschließend beklagt. Wenn die gegenwärtige Konjunkturschwäche auch eine Frage der Erwartungen ist, dann liegt ein wesentlicher Hebel in Berlin. Der notwendige Investitions­spielraum ist gegeben – nun muss er sinnvoll genutzt werden: Investitionen in die Zukunft statt Quersubventionierung sozialer Ausgaben, Strukturreformen statt Bürokratieinfarkt und wirtschaftliche Entschlossenheit statt politischem Kleinkrieg. Insbesondere was Letzteres betrifft, liegt vieles im Argen. Doch wer genau hinschaut, stellt fest, dass es erste konkrete Hoffnungsschimmer gibt.

 

 

 

Die Liste der belastenden Faktoren für die deutsche Wirtschaft ist
lang, …


 
… sodass einige lamentieren
 
 
 
Es gibt aber auch Lichtblicke

 

Vor allem bei der Investitionsförderung hat die Regierung 2025 einiges auf den Weg gebracht. Seit dem Sommer läuft das Investitionssofortprogramm, Steuern wurden gesenkt und Abschreibungen vereinfacht. Der Deutschland­fonds wurde aufgesetzt, der dazu dienen soll, privates Kapital zu mobilisieren. Zusätzlich werden 2026 die ersten 50 Mrd. Euro aus dem Infrastruktur­paket fließen. Keine dieser Maßnahmen ist für sich genommen ein Allheilmittel. In Kombination setzen sie aber notwendige wirtschaftliche Impulse, die für eine spürbar anziehende konjunkturelle Dynamik sorgen sollten.



Expansiv ausgerichtete Wirtschaftspolitik

Tatsächlich gibt es erste Anzeichen einer sich anbahnenden Erholung wie die Einkaufsmanagerindizes zeigen. Ermutigend ist auch, dass der wöchentliche Aktivitätsindex der Bundesbank wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt ist. Es ist richtig, sich angesichts einer zunehmend erratischen Weltpolitik Sorgen zu machen. Und es ist ebenso legitim, den Reformstau in Deutsch­land zu beklagen. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutsche Wirtschaft die Talsohle wohl durchschritten hat. Das deutsche Glas wird vermutlich noch lange nicht überlaufen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt: Der Pegel steigt wieder.

Konjunkturelle Schlagzahl wird wieder erhöht

Deutschland Konjunkturprognose

  2025 2026e 2027e
Bruttoinlandsprodukt 0,20 1,0 1,60
Privater Verbrauch 1,40 0,24 0,56
Staatsverbrauch 1,50 2,28 2,13
Investitionen
-0,48 3,27 5,06
Export -0,30 -0,70 0,52
Import 3,61 1,25 1,23
Inflationsrate (HVPI) 2,26 2,10 2,50
Veränderung gegenüber Vorjahr in %, Quelle: Macrobond, DZ BANK