Konjunktur Deutschland
Konjunktur Deutschland
2026 dürfte sich die deutsche Wirtschaft erholen
Bereits vor der Konstituierung der schwarz-roten Regierung im Frühjahr 2025 wurde mit den Stimmen des Bundestags ein Sondervermögen für die Infrastruktur geschaffen und die Schuldenbremse im Grundgesetz für höhere Verteidigungsausgaben geändert. Für die vernachlässigte Infrastruktur wurde ein Sondervermögen in Höhe von 500 Mrd. Euro für die Dauer von zwölf Jahren eingerichtet. Für die Verteidigungsausgaben wurde die bisherige Schuldengrenze so angepasst, dass alle Ausgaben, die über 1% des BIP hinausgehen, nicht mehr auf die Schuldengrenze und somit auch nicht auf den Neuverschuldungsspielraum von 0,35% des BIP angerechnet werden.
Sondervermögen für die Infrastruktur und Schuldenbremse für höhere
Verteidigungsausgaben geändert
Erfahrungsgemäß ist jedoch mit einer gewissen Verzögerung zu rechnen. Bis öffentliche Investitionsprojekte geplant, genehmigt, vergeben und umgesetzt sind und sich in der Wertschöpfung widerspiegeln, vergeht einige Zeit. Ähnlich verhält es sich mit größeren Anschaffungen im Rüstungsbereich. Gerade bei Panzern oder Flugzeugen vergeht zwischen Bestellung und Auslieferung einige Zeit. Dennoch dürfte im Jahr 2026 von einer erhöhten staatlichen Nachfrage eine Belebung der deutschen Konjunktur ausgehen. Insgesamt dürfte sich die Dynamik im Jahresverlauf sogar etwas beschleunigen und von Quartal zu Quartal zulegen. Die größten Effekte der binnenwirtschaftlich getragenen Erholung werden dabei von den Investitionen und vom Staatskonsum ausgehen. Dagegen sorgen das veränderte außenwirtschaftliche Umfeld mit den Zollbelastungen in den USA sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck aus China dafür, dass die Exporte leicht sinken dürften. Bei gleichzeitig moderatem Wachstum der Importe geht im Jahr 2026 vom Außenbeitrag ein bremsender Wachstumsimpuls aus. Insgesamt rechnen wir mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,0% gegenüber dem Vorjahr.
Erhöhte staatliche Nachfrage sollte Konjunkturerholung einläuten
Die Entwicklung der Verbraucherpreise wird im Prognosezeitraum von gegensätzlichen Effekten beeinflusst. Vergleichsweise niedrige Preise für Rohöl und Flüssiggas dürften die Energiepreise drosseln und die Inflationsrate vor allem in der ersten Jahreshälfte 2026 unter die Marke von 2% drücken. Allerdings dürfte dieser Effekt im Jahresverlauf an Stärke verlieren, während gleichzeitig die staatlich induzierte Konjunkturbelebung in einigen Teilbereichen der Wirtschaft zu Kapazitätsengpässen und somit zu etwas stärkeren Preiserhöhungen führen könnte.
Gegenläufige Effekte wirken 2026 auf das Preisniveau ein
Deutschland Konjunkturprognose
| 2025e | 2026e | 2027e | |
|---|---|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt | 0,1 | 1,0 | 1,6 |
| Privater Verbrauch | 1,1 | 0,3 | 0,6 |
| Staatsverbrauch | 1,9 | 2,3 | 2,2 |
| Investitionen |
-0,6 | 3,3 | 5,1 |
| Export | 0,0 | -0,5 | 0,5 |
| Import | 3,7 | 1,3 | 1,2 |
| Inflationsrate (HVPI) | 2,2 | 2,1 | 2,5 |