Das Bild stellt ein Lager oder Logistikzentrum dar, in dem eine große Menge von Kartons und Paketen gestapelt und sortiert wird. Im Vordergrund sind Förderbänder zu sehen, die dazu dienen, die Pakete zu transportieren und zu organisieren. Arbeiter sind zu erkennen, die mit der Bearbeitung und Verwaltung der Pakete beschäftigt sind. Im Hintergrund sind hohe Regale vollgepackt mit weiteren Kartons zu sehen. Diese Umgebung ist typisch für zentrale Distributionseinheiten, in denen Waren umgeschlagen, gelagert und für den Versand vorbereitet werden.

Konjunktur Deutschland

Konjunktur Deutschland

Iran-Krieg belastet deutsche Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026

Der Iran-Krieg dürfte sich belastend auf die deutsche Konjunktur auswirken. Die Unsicherheit hält weiter an, solange die Straße von Hormus weitestgehend blockiert bleibt. Das zeigt sich in den umfragebasierten Konjunkturindikatoren. So haben sich auch im April die ZEW-Konjunkturerwartungen weiter verschlech­tert. Das ifo Geschäftsklima hat sich zuletzt spürbar eingetrübt. Die deutsche Wirtschaft blickt aufgrund der Krise im Nahen Osten also skeptisch in die Zukunft.

 

 

 


Umfragebasierte Frühindikatoren trüben sich weiter ein

Zusätzlich enttäuschten zuletzt die Daten zum Einzelhandel und zur Industrieproduktion. Positiver fielen dagegen die Monatsdaten zu den Waren­exporten und zur Produktion der Dienstleister aus. In der Summe dürfte es nur für ein kleines Quartalsplus zum Jahresauftakt gereicht haben. 


Kleines BIP-Quartalsplus zum Jahresbeginn 2026 erwartet

Im zweiten Quartal rechnen wir aufgrund der Auswirkungen des Iran-Kriegs mit einer Abbremsung des Wirtschaftswachstums. Im weiteren Jah­resverlauf dürften aber kräftigere Investitionsimpulse aus dem Sonderver­mögen „Infrastruktur und Klimaschutz“ der Konjunktur etwas Auftrieb geben. Dennoch bleibt das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 wohl unter 1%.

 Im zweiten Halbjahr 2026 dürfte die Konjunktur etwas Schwung erhalten

Im ersten Monat des Iran-Kriegs haben vor allem deutlich steigende Ener­giepreise zu höherer Inflation in Deutschland geführt. Die Inflationsrate (Harmonisierter Verbraucherpreisindex HVPI) stieg im März von 2,0% auf 2,8%. Insbesondere Kraftstoffe (plus 20%) und Heizöl (plus 44%) verteuerten sich kräftig.

 



Steigende Energiepreise bedingten Inflationsschub

Die Bundesregierung versucht, die Verbraucher bei den Kraftstoffpreisen zu entlasten. Seit Anfang April dürfen die Tankstellenpreise nur einmal täglich um 12:00 Uhr angehoben werden. An den hohen Spritpreisen hat dies aber kaum etwas geändert. Zudem hat die Koalition am 12. April eine zeitnahe und auf zwei Monate befristete Absenkung der Mineralölsteuer um 17 Cent be­schlossen. Angesichts des geringen Anteils von rund 3,8% der Kraftstoffe im Warenkorb des HVPI fällt die Entlastungswirkung der temporären Steuersen­kung bei der Gesamtteuerung kaum ins Gewicht. Es ist in Summe somit davon auszugehen, dass der Inflationsdruck aufgrund der Krise weiter anhält. Im Jahr 2026 und auch 2027 dürfte sich die Inflationsrate jeweils auf 2,8% be­laufen.

Aktionen der Bundesregierung wohl nicht zielführend und entlasten nicht spürbar

Deutschland Konjunkturprognose (Deeskalationsszenario)

  2025 2026e 2027e
Bruttoinlandsprodukt 0,20 0,80 1,30
Privater Verbrauch 1,71 0,37 -0,10
Staatsverbrauch 1,32 2,82 2,27
Investitionen -0,02 3,08 5,24
Export -0,29 -1,39 0,06
Import 3,70 1,14 0,97
Inflationsrate (HVPI) 2,26 2,84 2,84
Veränderung gegenüber Vorjahr in %, Quelle: DZ BANK