Konjunktur Deutschland

Konjunktur Deutschland

Deutsche Wirtschaft stagniert im Schlussquartal 2022 – Inflation weiter erhöht

Die Wirtschaft in Deutschland war im Gesamtjahr 2022 nicht so anfällig wie anfänglich befürchtet. Dennoch sorgten die Unsicherheit, die hohe Teuerung und die vermehrten Anstrengungen zur Einsparung von Energie für eine Abschwächung der Konjunkturdynamik im Jahresverlauf. Nach vorläufigen Angaben von Destatis stieg die hiesige Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 insgesamt um 1,9% gegenüber 2021.

 

 

 

Deutsche Konjunktur trotzte 2022 vielen Herausforderungen


Der schwierige Mix aus sinkenden, aber weiterhin hohen Preisen und widrigen außenwirtschaftlichen Einflüssen sind eine große Bürde für die Konjunktur. Nach einer voraussichtlichen Stagnation im Schlussquartal 2022 dürfte der Jahresauftakt 2023 schwierig bleiben.


Jahresauftakt 2023 bleibt wohl schwierig

Die umfragebasierten Konjunkturindikatoren wie das Konsumentenvertrauen und das Industrieklima zeigen seit rund drei Monaten eine Verbesserung. Vor allem die Geschäftserwartungen für die kommenden Monaten haben sich – auf niedrigem Niveau – verbessert. Die Bewertung der wirtschaftlichen Lage fällt trotz leichter Verbesserungen aber noch immer skeptisch aus. Für das erste Quartal 2023 ist daher mit verstärktem Gegenwind zu rechnen. Der Preisdruck ist trotz der jüngsten Rückgänge der Inflationsrate noch immer sehr hoch und die Ausgabenfreude der Verbraucher dürfte durch die erlittenen Reallohneinbußen empfindlich gedrosselt werden. Gewisse Entlastungen wird es aber durch die staatliche Gas- und Strompreisbremse geben. Zudem werden wohl schwächere außenwirtschaftliche Impulse, etwa durch eine Konjunkturabschwächung in den USA und die aktuelle schwierige Corona-Lage in China, die Außenwirtschaft bremsen.



Umfragebasierte Frühindikatoren weisen auf mittelfristige Erholung
hin



Zum Jahresende 2022 hat sich der Anstieg der deutschen Inflationsrate von 11,3% auf 9,6% abgeschwächt. Preisdämpfend wirkten die Energiepreise. Durch die Übernahme der Dezember-Abschlagszahlung durch den Staat bekamen viele private Haushalte Erdgas und Fernwärme zum „Nulltarif.“ Spätestens ab März 2023 wird dann die Gas- und Strompreisbremse die Entwicklung der Energiepreise und damit die Inflationsrate weiter dämpfen. Insgesamt dürfte die Inflationsrate von 8,7% im Jahr 2022 auf 6,8% in diesem Jahr sinken. Aufgrund stärker steigender Löhne und einer höheren Persistenz des aufgestauten Preisdrucks auf den vorgelagerten Produktionsstufen bei Gütern und Nahrungsmitteln wird die Inflationsrate wohl nicht stärker sinken und auch im Jahr 2024 mit 4,0% oberhalb der EZB-Zielmarke von 2% bleiben.



Inflation in Deutschland dürfte von 8,7% auf 6,8% im Jahr 2023 sinken



 

Deutschland Konjunkturprognose

  2022 2023e 2024e
Bruttoinlandsprodukt 1,9 -0,2
1,4
Privater Verbrauch 4,6
-0,8 0,7
Staatsverbrauch 1,4 0,1 1,6
Investition 0,2
-1,0 2,7
Export 3,2
3,3 4,5
Import 6,7 4,0 4,6
Inflationsrate (HVPI) 8,7
6,8 4,0
Veränderung gegenüber Vorjahr in %; Quelle: DZ BANK