Konjunktur Deutschland
Konjunktur Deutschland
Expansive Wirtschaftspolitik stützt 2026 das deutsche Wirtschaftswachstum
Im Basisszenario dürften die privaten Konsumausgaben aufgrund der kurzfristig höheren Rohölpreise zwar gedämpft werden. Auch bei den Unternehmen ist mit etwas höherer Unsicherheit zu rechnen. Bedingt durch die angenommene zeitnahe Beruhigung im Nahen Osten sollten die Rohöl- und Gaspreise auf ihr Vorkrisenniveau zurückkehren. Zudem wird die deutsche Wirtschaft weiterhin durch die fiskalisch getriebenen Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung gestützt. Wir prognostizieren weiterhin eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,2% im Jahr 2026 und 1,6% im Jahr 2027.
Im Basisszenario sollte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 um 1,2% (J/J) wachsen
Im Februar lag die deutsche Inflationsrate (HVPI) bei 2,0% und fiel damit leicht niedriger aus als im Vormonat. Die durch die Sperrung der Straße von Hormus in die Höhe geschnellten Energiepreise dürften ab März dafür sorgen, dass auch die Energiekomponente im Warenkorb der Verbraucher wieder stärker ansteigt und damit auch die Inflationsrate kurzfristig deutlich nach oben drückt. Allerdings ist dieser Effekt in unserem Deeskalationsszenario nicht von Dauer. Insgesamt dürfte die Inflationsrate in Deutschland im Jahr 2026 daher nur um 0,1 Prozentpunkte höher ausfallen als in unserer bisherigen Prognose.
Inflation sollte im Basisszenario nur kurzfristigen Anstieg verzeichnen
Im Szenario 2, in dem ein auf einem erhöhten Niveau von 80 US-Dollar verharrender Rohölpreis angenommen wird, dürfte der höhere Teuerungsschub die Konjunktur in Deutschland über die privaten Konsumausgaben dämpfen. Aber auch in der gewerblichen Wirtschaft stellt die Verteuerung von Energie ein Hindernis für die Konjunktur dar. Für energieintensive Bereiche der Industrie, das Handwerk und das Transportgewerbe sind die höheren Energiekosten problematisch. Fiskalisch gestützt wird die Konjunktur hingegen durch die deutlichen Mehrausgaben für Infrastrukturinvestitionen und Verteidigung. Die Zuwachsrate des Bruttoinlandprodukts dürfte im Vergleich zu Szenario 1 in 2026 und 2027 jeweils um 0,2 Prozentpunkte niedriger ausfallen.
Im Szenario 2 sollte das BIP-Wachstum durch die höhere Inflation etwas gebremst werden
Im Szenario 3 (Eskalationsspirale) sorgt die höhere Inflationsrate (2,9% im Jahr 2026 und 3,5% im Jahr 2027) für eine abrupte konjunkturelle Abbremsung. Mit 0,7% im Jahr 2026 und 0,5% im Jahr 2027 fällt das Wirtschaftswachstum deutlich niedriger aus als im Szenario 1. Vom zweiten Quartal 2026 bis einschließlich des ersten Quartals 2027 sollte sich die Konjunktur dann nahe der Nulllinie bewegen.
Im Szenario 3 wird das Wirtschaftswachstum deutlich niedriger ausfallen
Deutschland Konjunkturprognose (Deeskalationsszenario)
| 2025 | 2026e | 2027e | |
|---|---|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt | 0,20 | 1,20 | 1,60 |
| Privater Verbrauch | 1,71 | 0,99 | 0,65 |
| Staatsverbrauch | 1,32 | 2,80 | 1,94 |
| Investitionen | -0,02 | 3,21 | 5,06 |
| Export | -0,29 | -1,21 | 0,51 |
| Import | 3,70 | 1,07 | 1,21 |
| Inflationsrate (HVPI) | 2,26 | 2,18 | 2,54 |