Konjunktur Deutschland
Konjunktur Deutschland
Deutsche Wirtschaft sollte sich 2026 erholen – Risiken sind allgegenwärtig
Das Statistische Bundesamt hat die Schnellschätzung für das deutsche Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2025 bestätigt. Demnach legte das reale, bereinigte BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,3% zu. Treibende Kräfte waren vor allem staatliche Konsumausgaben (plus 1,1%), aber auch der private Konsum (plus 0,5%). Auch die Bauinvestitionen stiegen mit plus 1,6% deutlich. Demgegenüber nahmen die Anlageinvestitionen nur um 0,1% zu. Allerdings wurden diese bereits im dritten Quartal 2025 deutlich ausgeweitet. Bremsend auf das deutsche Wirtschaftswachstum wirkten die deutschen Ausfuhren. Exportiert wurden im vierten Quartal 2025 preis-, saison- und kalenderbereinigt 0,6% weniger Waren und Dienstleistungen als im dritten Quartal 2025.
Deutsche Wirtschaft ist im Schlussquartal 2025 um 0,3% zum Vorquartal gewachsen
Dass die Bauinvestitionen merklich gesteigert wurden und der Staat der Konjunktur mit gestiegenen Ausgaben unter die Arme griff, überrascht angesichts des schrittweise umgesetzten Infrastrukturpakets nicht. Zudem fielen höhere Ausgaben für Sozialleistungen an. Vielmehr stellt der robuste private Konsum wohl eine Überraschung angesichts einer steigenden Arbeitslosenquote und der geopolitischen Krisen dar. Da die privaten Konsumausgaben – gegenüber dem Vorjahreszeitraum – stärker stiegen als das gesamtwirtschaftliche Einkommen, nahm die Sparquote auf 9,4% ab.
Privater Konsum stellt eine positive Überraschung dar
Mit Blick nach vorn dürfte sich die deutsche Wirtschaft 2026 weiter beleben. Denn in Deutschland stieg der Composite-Index von 52,1 auf 53,1 Punkte. Dabei verbesserten sich die Stimmungsbarometer der Dienstleister und der Industrie jeweils recht kräftig. In der Industrie erreichte die Messzahl mit 50,7 Punkten sogar erstmals seit Juni 2022 wieder einen Wert über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Laut S&P Global ist dies vor allem auf eine weiter anziehende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen aus Deutschland zurückzuführen. Die zuletzt von Destatis gemeldeten starken Anstiege der Auftragseingänge spiegeln sich aber nun auch in den Umfragedaten wider.
Stimmungsindikatoren weisen aufwärts
Zwar wird die Erholung mit einer enormen Erhöhung der Staatsschulden für Infrastruktur und Verteidigung erkauft, aber immerhin zeigt sie Wirkung. Damit der Fiskalimpuls aber nicht wirkungslos verpufft, ist es nun an der Zeit, die Erholung mit wirklich durchgreifenden Strukturreformen zu begleiten. Ein Risiko für die zu erwartende konjunkturelle Erholung geht von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten aus. Sollte der Krieg über einen längeren Zeitraum Bestand haben, Lieferketten beeinträchtigen und mit einem anhaltend hohen Ölpreis einhergehen, dürfte das BIP einen erneuten Dämpfer erfahren.
Krieg im Nahen Osten stellt ein Risiko dar
Deutschland Konjunkturprognose
| 2025 | 2026e | 2027e | |
|---|---|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt | 0,20 | 1,20 | 1,60 |
| Privater Verbrauch | 1,04 | 0,59 | 0,56 |
| Staatsverbrauch | 2,28 | 2,65 | 1,94 |
| Anlageinvestitionen | -0,48 | 2,77 | 5,06 |
| Export | -0,06 | -0,50 | 0,54 |
| Import | 3,61 | 1,31 | 1,24 |
| Inflationsrate (HVPI) | 2,3 | 2,10 | 2,50 |