Konjunktur Deutschland
Konjunktur Deutschland
Iran-Krieg schlägt auf die Stimmung in Deutschland
Der Ausbruch des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran hatte für erhebliche Nervosität an den globalen Finanz- und Rohstoffmärkten gesorgt. Im Zentrum stand die wochenlange faktische Schließung der Straße von Hormus durch iranische Kräfte. Dadurch wurde die Lieferung von rund 20% des globalen Rohöl- und Flüssiggasangebots unterbrochen. Es gibt keine Transportalternative. Die unmittelbare Folge war ein Anstieg der Öl- und Gaspreise, der sich zeitnah in einer steigenden Inflationsrate niederschlagen dürfte. Auch zahlreiche andere wichtige Grundstoffe, etwa für die Landwirtschaft oder die Halbleiterproduktion, passieren normalerweise die Meerenge am Persischen Golf. Damit wurden Erinnerungen an die Lieferkettenprobleme aus 2021 wach.
Iran-Krieg sorgt für Verunsicherung und Preisdruck
Die deutschen Unternehmen blicken mit Sorge auf den Krieg im Nahen Osten. So hat sich das ifo Geschäftsklima im März deutlich verschlechtert und ist von 88,4 auf 86,4 gefallen. Der Rückgang war vollständig erwartungsgetrieben. Während die Bewertung der aktuellen Lage mit 86,7 Punkten unverändert blieb, gingen die Erwartungen von 90,2 auf 86,0 Punkte deutlich zurück. In allen Branchen fiel das Geschäftsklima schlechter aus. Die Unternehmen erkennen zwar das potenzielle Risiko durch die Krise im Nahen Osten, die aktuelle Lage ist davon jedoch noch nicht gravierend beeinträchtigt.
ifo Geschäftsklimaindex eingetrübt
Auch bei den Verbrauchern hat der Iran-Krieg Spuren hinterlassen. Das Konsumklima hat sich zuletzt weiter eingetrübt. Während die Anschaffungsneigung auf ohnehin schon niedrigem Niveau nur leicht nachgab, ging es bei den Konjunktur- und Einkommenserwartungen im März deutlich nach unten. Die Bürger rechnen mit einer dauerhaft höheren Inflation wegen der steigenden Energiepreise.
Konsumentenvertrauen hat sich ebenfalls verschlechtert
Die Konjunkturstimmung für Deutschland hat sich im März spürbar abgekühlt. Die Krise im Nahen Osten hat allerdings bisher nur die Erwartungskomponenten in den verschiedenen Umfragen gedrückt. Die aktuelle Lage ist bislang kaum betroffen. Damit ist auch klar: Mit einem zeitnahen Ende der Kampfhandlungen und einer dauerhaften Öffnung der Straße von Hormus könnte ein größerer ökonomischer Schaden – abgesehen von ein paar Schrammen – für Deutschland und die Weltwirtschaft vermieden werden. Dann dürften sich die Erwartungen auch wieder aufhellen. Wenn dem aber nicht so ist und die Lagebewertungen in den kommenden Monaten sinken und den eingetrübten Erwartungen folgen, wird Deutschland ein schwieriges Restjahr 2026 bevorstehen.
Entscheidend wird die Dauer des Krieges sein
Deutschland Konjunkturprognose (Deeskalationsszenario)
| 2025 | 2026e | 2027e | |
|---|---|---|---|
| Bruttoinlandsprodukt | 0,20 | 0,80 | 1,30 |
| Privater Verbrauch | 1,71 | 0,37 | -0,10 |
| Staatsverbrauch | 1,32 | 2,82 | 2,27 |
| Investitionen | -0,02 | 3,08 | 5,24 |
| Export | -0,29 | -1,39 | 0,06 |
| Import | 3,70 | 1,14 | 0,97 |
| Inflationsrate (HVPI) | 2,26 | 2,91 | 2,86 |