Das Bild stellt ein Lager oder Logistikzentrum dar, in dem eine große Menge von Kartons und Paketen gestapelt und sortiert wird. Im Vordergrund sind Förderbänder zu sehen, die dazu dienen, die Pakete zu transportieren und zu organisieren. Arbeiter sind zu erkennen, die mit der Bearbeitung und Verwaltung der Pakete beschäftigt sind. Im Hintergrund sind hohe Regale vollgepackt mit weiteren Kartons zu sehen. Diese Umgebung ist typisch für zentrale Distributionseinheiten, in denen Waren umgeschlagen, gelagert und für den Versand vorbereitet werden.

Konjunkturelles Umfeld

Konjunkturelles Umfeld

Die gestiegenen Ölpreise lassen die Teuerungsrate steigen

Rund 90 Minuten vor dem Ablauf des verlängerten Ultimatums haben sich der Iran und die USA auf eine 14-tägige Waffenruhe geeinigt, der sich nach US-Angaben auch Israel anschließen will. Allerdings ist die vereinbarte Waffenruhe fragil und brüchig. Der Iran will im Gegenzug die Straße von Hor­mus für den Schiffsverkehr freigeben, die weiterhin derzeit weitgehend blockiert ist. Die zwei Wochen sollen zu Verhandlungen für eine dauerhafte Lösung genutzt werden. Als Basis sollen die beiden Forderungslisten der USA und des Iran dienen. Doch selbst im Falle einer nachhaltigen militärischen Be­ruhigung wird es einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sich die Ölförderung und -raffination wieder normalisiert haben, da die langfristigen Schäden an der Ener­gieinfrastruktur eine sofortige Wiederaufnahme der Produktion verhindern. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass der Ölpreis zunächst um die Marke von rund 90 US-Dollar pendelt. Erst mittelfristig können Produktionser­höhungen in anderen Ländern das fehlende Angebot aus dem Persischen Golf zumindest teilweise kompensieren und für Entlastung sorgen. Dadurch dürfte sich im weiteren Verlauf 2026 eine graduelle Entspannung einstellen, die den Preis nach zwölf Monaten auf 70 US-Dollar sinken lässt.

Ölpreis dürfte bei nachhaltiger Deeskalation bis auf 70 US-Dollar fallen

Perspektivisch ist im Hauptszenario mit einem höheren Inflationsdruck zu rechnen. In erster Linie kommt der Preisdruck über die Verteuerung von Öl und Gas. Zeitnah machen sich die Preissteigerungen bei den Kraftstoffpreisen an den Tankstellen sowie bei Heizöl bemerkbar. Mit Verzögerung dürften auch die etwas höheren Preise für Erdgas die Heizabrechnungen der Haushalte erhöhen. Im weiteren Prognosezeitraum kommt es zudem zu höheren Strompreisen. Zweitrundeneffekte bei Nahrungsmitteln aufgrund steigen­der Düngerpreise sind ebenfalls zu erwarten. Im Mittel dürfte die Inflations­rate im Jahr 2026 um 0,8 Prozentpunkte höher ausfallen. Erst 2027 dürften Basiseffekte im Bereich Energie die Teuerung dämpfen.

Eine höhere Teuerungsrate ist in der Pipeline



Positive Einflussfaktoren Negative Einflussfaktoren

Bilaterale Handelsabkommen
Protektionismus/US-Importzölle
Expansive Wirtschaftspolitik in einigen Ländern Ölpreisbedingt steigende Inflation
Investitionen in KI-Anwendungen Steigende Renditen/Höhere Staatsverschuldung
Strukturreformen werden angegangen Geopolitische Krisen/Kriege

Volkswirtschaftliche Rahmendaten USA

  Wirtschaftswachstum
(%J/J)
Verbraucherpreise
(%J/J)
Leistungsbilanzsaldo
(in % des BIP)
Budgetsaldo
(in % des BIP)
2025 2,1 2,7 -3,8 -6,5
2026e
2,6 3,4 -3,0 -7,0
2027e 2,1 2,8 -2,8 -6,9
Quellen: FactSet, DZ BANK

Wachstumsraten wichtiger Wirtschaftsregionen

Volkswirtschaftliche Rahmendaten Euroland

 
  Wirtschaftswachstum
(%J/J)
Verbraucherpreise
(%J/J)
Leistungsbilanzsaldo
(in % des BIP)
Budgetsaldo
(in % des BIP)
2025e 1,5 2,1 2,7 -3,0
2026e
0,8 2,8 2,7 -3,2
2027e 1,1 2,3 2,7 -3,2
Quellen: FactSet, DZ BANK

Fazit:

Die gestiegenen Ölpreise werden sich in den kommenden Monaten in einer höheren Teuerungsrate bemerkbar machen. Ähnlich wie in Deutschland bremst die höhere Inflationsentwicklung auch im gesamten Euroraum die Kon­junktur. Insbesondere die privaten Haushalte dürften sich mit ihren Aus­gaben aufgrund niedrigerer Zuwächse der Realeinkommen zurückhalten. Zudem ist auch vor dem Hintergrund der eher schwierigen Arbeitsmarktlage kaum mit einer spürbaren Kompensation durch höhere Lohnabschlüsse zu rechnen.

 

Aufgrund der weiterhin vorhandenen geopolitischen Unsicherheit dürften die Unternehmen geneigt sein, das eine oder andere Investitionsvorhaben zurückzustellen. Zwar steigt der Anreiz für energetische Investitionen, die Un­sicherheit und partielle Lieferkettenprobleme sorgen aber für Zurückhaltung. In der Summe rechnen wir im neuen Hauptszenario mit einer niedrigeren Zu­wachsrate von 0,8% im Jahr 2026 und 1,1% im Jahr 2027.

Energiepreise schieben die Inflationsrate (HVPI) in der Eurozone an