Konjunkturelles Umfeld
Konjunkturelles Umfeld
Weltwirtschaft hält sich erstaunlich robust
Nach einem Jahr „Trump 2.0“ kämpft die Weltwirtschaft zwar mit großen Herausforderungen, hält sich aber insgesamt überraschend robust. Dies gibt Hoffnung für 2026. In den USA stützen die Konsumfreude der Reichen und hohe „KI-Investitionen“ die Wirtschaft. Die Unternehmen haben zahlreiche Investitionsvorhaben angekündigt, auch dank Steuervergünstigungen. Die US-Wirtschaft bleibt damit wohl auf Kurs. Die chinesische Exportwirtschaft konnte derweil neue Märkte erschließen und die negativen Effekte der Handelsstreitigkeiten mit den USA ein gutes Stück ausgleichen. Der Schwungverlust der chinesischen Konjunktur lässt sich dadurch zwar nicht aufhalten, aber abmildern.
USA: Privater Konsum durch Ausgabentätigkeit der Reichen gestützt
China: Exportwirtschaft konnte US-Zolleffekte ein Stück weit ausgleichen
Die Zollpolitik der USA dürfte dazu führen, dass sich die Wettbewerbssituation europäischer Exporteure auf dem wichtigen Exportmarkt USA weiterhin schwierig gestaltet. Auch wenn sich die EU inzwischen mit den USA auf ein Zollabkommen verständigt hat, ist bei den Exporten mit einer langsameren Gangart zu rechnen. Angesichts der hohen Unsicherheit unter den Verbrauchern werden die privaten Konsumausgaben voraussichtlich nur unterdurchschnittlich zulegen. Stärkere Impulse dürften dagegen von der innereuropäischen Nachfrage ausgehen. Höhere Investitionen, insbesondere in Deutschland, werden wohl der wichtigste Impulsgeber sein. Dabei spielen auch die höheren Verteidigungsanstrengungen im Rahmen der NATO-Beschlüsse aus dem Juni 2025 eine Rolle. Demnach sollen die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten bis 2035 auf 3,5% des Bruttoinlandsprodukts steigen. Hinzu kommen 1,5% für verteidigungs- und sicherheitsrelevante Bereiche wie Infrastruktur, Industrie und Resilienz. Insgesamt ist im Jahr 2026 von einem etwas schwächeren Wirtschaftswachstum des Euroraums auszugehen. Auch wenn die wirtschaftliche Dynamik über die einzelnen Quartale hinweg etwas an Kraft gewinnt, dürfte es nur für einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von durchschnittlich 1,0% im Gesamtjahr reichen.
Eurozone kämpft weiter mit zollbedingt erschwerter Wettbewerbssituation
| Positive Einflussfaktoren | Negative Einflussfaktoren |
|---|---|
| Bilaterale (Freihandels-)Abkommen |
Erratische US-Zollpolitik/Protektionismus |
| Effizienzgewinne dank KI / Investitionen in KI | Strukturelle Standortnachteile (hohe Energiepreise) |
| Expansive Fiskalpolitik in einigen Ländern | Steigende Staatsverschuldung (China/USA) |
| Niedrige Rohölpreise | Geopolitische Krisen/Kriege |
Volkswirtschaftliche Rahmendaten USA
| Wirtschaftswachstum (%J/J) |
Verbraucherpreise (%J/J) |
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) |
Budgetsaldo (in % des BIP) |
|
|---|---|---|---|---|
| 2025e | 2,0 | 2,8 | -4,1 | -7,0 |
| 2026e |
2,3 | 3,3 | -3,4 | -7,6 |
| 2027e | 2,1 | 2,6 | -3,1 | -7,4 |
Wachstumsraten wichtiger Wirtschaftsregionen
Volkswirtschaftliche Rahmendaten Euroland
| Wirtschaftswachstum (%J/J) |
Verbraucherpreise (%J/J) |
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) |
Budgetsaldo (in % des BIP) |
|
|---|---|---|---|---|
| 2025e | 1,4 | 2,1 | 2,7 | -3,3 |
| 2026e |
1,0 | 1,9 | 2,7 | -3,2 |
| 2027e | 1,4 | 2,1 | 2,7 | -3,2 |
Fazit:
Das zu Ende gegangene „Zolljahr“ 2025 hat die Weltwirtschaft überraschend ohne größere Blessuren überstanden: China konnte beim Exportüberschuss sogar einen neuen Rekord aufstellen und neue Märkte erschließen. Die USA wachsen dank KI-Investitionen und dem Konsum der Reichen.
Der Blick auf das Jahr 2026 ist vorsichtig optimistisch. In den Vereinigten Staaten lassen Steuersenkungen, in Europa höhere Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur auf einen Wachstumsbooster hoffen. Vor allem Deutschland sollte dadurch aus der bisherigen Rolle als Wachstumsschlusslicht herauskommen. Der Fiskalimpuls wird sich im Jahresverlauf aber erst allmählich aufbauen. Im Jahresdurchschnitt 2026 fällt das globale Wachstum etwas niedriger aus als 2025. Mit einer Drei vor dem Komma wächst die Weltwirtschaft aber auch 2026 solide.
US-Inflationsrate steigt nur moderat - Zolleffekt hält sich in Grenzen