Konjunkturelles Umfeld
Konjunkturelles Umfeld
Ausblick für die globale Konjunktur für 2026 verbessert sich weiter
Für die Weltwirtschaft gestaltet sich der konjunkturelle Ausblick auf das Jahr 2026 allmählich immer positiver: Um die US-Zölle ist es ruhiger geworden, die Geldpolitik ist auf einen wachstumsfreundlicheren Pfad zurückgekehrt und auch von der Fiskalpolitik kommen wichtige Wachstumsimpulse.
Kombination aus wachstumsfördernder Wirtschafts- und Geldpolitik
Mit jeweils 3,2% dürfte das globale Wachstum 2026 und 2027 annähernd durchschnittlich ausfallen. In den Vereinigten Staaten dürften Steuererleichterungen der Wirtschaft einen ordentlichen Schub geben. Zusätzlich stützen Investitionen rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) das Wirtschaftswachstum. Dagegen dürfte sich China mit großangelegten Fiskalpaketen weiter zurückhalten. Dort dürfte die Wirtschaft abbremsen. Ein wesentliches Risiko für den Ausblick bleibt, dass die gerade erst eingehegten Handelskonflikte doch noch eskalieren und die Weltwirtschaft empfindlicher treffen als im vergangenen Jahr.
USA wachsen weiterhin sehr solide – Chinas Wirtschaft bremst ab
Die Inflationsraten in den Industrieländern bewegen sich inzwischen zumeist wieder in ruhigen Bahnen – wenngleich größtenteils auf immer noch etwas erhöhtem Niveau. Dafür sorgen weiter steigende Nahrungsmittelpreise, aber auch der Preisauftrieb bei Dienstleistungen bleibt hartnäckig hoch. Dagegen sorgen die im Vergleich zum Vorjahr etwas niedrigeren Energiepreise weiterhin für eine Entlastung bei der Inflationsentwicklung. Im Euroraum verbilligt zudem der relativ starke Euro importierte Waren. Die EWU-Inflation dürfte in den kommenden Monaten leicht unter der 2%-Marke verlaufen. In den USA lassen signifikante Preiseffekte durch die höheren Zölle immer noch auf sich warten. Die Unternehmen zögern, die höheren Kosten an die Verbraucher weiterzureichen. Zum Jahreswechsel könnten aber verstärkt Preisanpassungen vorgenommen worden sein.
Inflationsentwicklung zumeist unaufgeregt
Euro-Stärke wirkt tendenziell disinflationär auf EWU-Teuerung
US-Importzölle schlagen bisher noch nicht auf die US-Inflation durch
| Positive Einflussfaktoren | Negative Einflussfaktoren |
|---|---|
| Bilaterale (Freihandels-)Abkommen |
Erratische US-Zollpolitik/Protektionismus |
| Effizienzgewinne dank KI / Investitionen in KI | Strukturelle Standortnachteile (hohe Energiepreise) |
| Expansive Fiskalpolitik in einigen Ländern | Steigende Staatsverschuldung (China/USA) |
| Niedrigere Rohölpreise auf mittlere Sicht |
Geopolitische Krisen/Kriege |
Volkswirtschaftliche Rahmendaten USA
| Wirtschaftswachstum (%J/J) |
Verbraucherpreise (%J/J) |
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) |
Budgetsaldo (in % des BIP) |
|
|---|---|---|---|---|
| 2025e | 2,2 | 2,7 | -3,8 | -6,5 |
| 2026e |
3,1 | 3,0 | -3,3 | -7,0 |
| 2027e | 2,1 | 2,6 | -3,1 | -6,9 |
Wachstumsraten wichtiger Wirtschaftsregionen
Volkswirtschaftliche Rahmendaten Euroland
| Wirtschaftswachstum (%J/J) |
Verbraucherpreise (%J/J) |
Leistungsbilanzsaldo (in % des BIP) |
Budgetsaldo (in % des BIP) |
|
|---|---|---|---|---|
| 2025e | 1,5 | 2,1 | 2,7 | -3,0 |
| 2026e |
1,2 | 1,9 | 2,7 | -3,2 |
| 2027e | 1,4 | 2,1 | 2,7 | -3,2 |
Fazit:
Die Perspektiven für die Weltwirtschaft hellen sich zusehends auf. Vor allem die USA, aber auch die Eurozone zeigen sich hierfür verantwortlich, während Chinas Konjunktur von einem global überdurchschnittlichen Niveau aus abbremst.
Die Inflationsrate verläuft in den meisten Industrieländer unaufgeregt. Im Euroraum ist sie im Januar weiter gesunken. Nach 2,0% im Dezember 2025 stiegen die Verbraucherpreise im Januar nur noch um 1,7% (J/J). Den größten Einfluss auf den Rückgang der Teuerungsrate hatten einmal mehr die Energiepreise. In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate voraussichtlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2,0% bleiben. Verantwortlich für den schwächeren Preisdruck sind derzeit vor allem die Energiepreise. Auch der starke Außenwert des Euro verbilligt Importe und sorgt somit für eine gedämpfte Preisentwicklung. Aufgrund der etwas besseren Konjunkturdynamik im Euroraum in der zweiten Jahreshälfte wird die Inflationsrate wohl wieder ansteigen In den USA sind die befürchteten, durch die US-Importzölle induzierten Preiserhöhungen bislang weitgehend ausgeblieben.
EWU-Inflation (HVPI)* ging im Januar auf 1,7% (J/J) zurück