Devisenmärkte
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US-Dollar: Weiterhin stärkt die Geopolitik den Greenback
Die Fed hat am 18. März wie erwartet ihre Pause im Leitzinssenkungszyklus fortgesetzt. Die US-Notenbank geht von höheren Anstiegsrisiken bei Inflation und Arbeitslosigkeit aus, während sie die Abwärtsrisiken mit Blick auf das Wirtschaftswachstum nun höher einschätzt. Im Median erwarten die Fed-Gouverneure noch eine Zinssenkung für 2026 und 2027. Der US-Dollar zeigt sich weiterhin im Umfeld der militärischen Aktionen und steigender Rohölpreise fest.
| Pro US-Dollar | Contra US-Dollar |
|---|---|
| Geopolitische Krisen verstärken sich weiter |
Geopolitik nimmt an Schärfe ab |
| Fed beendet Zinssenkungszyklus früher als erwartet |
Fed senkt den Leitzins noch deutlicher |
| EWU-Konjunktur erholt sich schwächer als angenommen |
Steigende US-Staatsverschuldung |
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar
Im Szenario 1 lässt die zügige Beruhigung der Lage am Golf die Prämie für den Dollar aufgrund seines Status als sicherer Hafen schnell wieder abschmelzen. Anschließend dürfte die geldpolitische Divergenz (abwartende EZB und Zinssenkungen der Fed) den Dollar sukzessive schwächen. Im Szenario 2 bleibt die Spannung am Golf bestehen, und der Dollar kann von dem nachhaltig erhöhten Ölpreis profitieren. Die auch hier bestehende geldpolitische Divergenz kann den Euro nur stabil auf dem erreichten Niveau halten. Die Eskalation im Szenario 3 treibt Anleger in die Liquidität und Sicherheit des Dollar. Geldpolitische Aspekte spielen lange keine Rolle. Die im Euroraum, im Vergleich mit den USA, ausgeprägtere konjunkturelle Schwäche unterstützt den Dollar weiter.
| Szenario 1 | 18.03.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
| EUR-USD | 1,1510 | 1,18 | 1,20 | 1,22 |
Japanischer Yen
Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärt, die jüngsten Wechselkursentwicklungen entsprächen nicht den Fundamentaldaten. Die Behörden seien bereit, bei Bedarf „entschlossene Maßnahmen“ zu ergreifen. Derweil beließ die Bank of Japan ihren Leitzins aufgrund der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt und dessen Auswirkungen auf die Konjunktur unverändert bei 0,75%.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen
Nach Beilegung des Iran-Kriegs könnte eine Dollar-Vertrauenskrise in Kombination mit Fed-Senkungen wichtige Impulse für den Yen setzen. Gegenwind erfährt der Yen indes von der Fiskalpolitik. Japans Regierung verschärft die Interventionsdrohungen und dürfte eine weitere Yen-Abwertung nicht tolerieren.
| 18.03.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-JPY |
183,62 | 182 | 180 | 177 |
Britisches Pfund
Am 19. März stimmten alle neun britischen Notenbankgouverneure für eine Bestätigung des Leitzinses bei 3,75%. Das klare Votum überrascht aufgrund der Aufwärtsrisiken für die Inflation (stark gestiegene Rohölpreise) und der Gefahr inflationärer Zweitrundeneffekte nicht. Noch wenige Wochen vor dem Beginn der militärischen Aktion im Nahen Osten galt hingegen eine moderate Zinssenkung der BoE als nahezu sicheres Ereignis. Unsicherheit bestand zum damaligen Zeitpunkt lediglich bezüglich des anvisierten Termins einer Zinssenkung – März oder April.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund
Nachdem der Euro gegenüber dem britischen Pfund Ende Februar zeitweise bis auf rund 0,88 Pfund gestiegen war, pendelt er aktuell um die Marke von 0,8650 Pfund. Ein sich zu Gunsten des Euros ausweitendes Leitzinsdifferenzial sollte den Euro mittelfristig aufwerten lassen.
| 18.03.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-GBP |
0,8640 | 0,87 | 0,90 | 0,90 |
Schweizer Franken
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins am 19. März unverändert bei 0,00% belassen. Für die SNB ist die Gemengelage noch eine Stufe diffiziler als bei den anderen Notenbanken. Zusätzlich zum (potenziellen) Inflationsanstieg aufgrund erhöhter Energiepreise, der durchaus Anlass für eine restriktivere Geldpolitik sein könnte, gibt es einen disinflationären Impuls durch die Safe-Haven-bedingte Aufwertung des Frankens, die eine expansivere Gangart erfordern würde.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken
Seit Anfang März ist der Franken als sicherer Hafen wieder massiv gefragt. Der resultierende Aufwertungsdruck hat die SNB zu einer Verschärfung ihrer Verbalinterventionen gezwungen. Eine geopolitische Deeskalation dürfte zu einer schnellen Gegenbewegung führen und Euro-Franken auf das Kursniveau vom Februar um 0,9150 Franken zurückbringen. Da der SNB-Zinssenkungsspielraum ausgereizt ist, wäre eine aktivere Interventionspolitik zur Franken-Schwächung naheliegend, die allerdings bei der US-Administration auf Widerstand wegen angeblicher Devisenmarktmanipulation stoßen würde.
Aufgrund anhaltender Inflationsdivergenzen sinkt der faire Euro-Franken-Kurs laut Kaufkraftparität, er liegt derzeit bei 0,94 Franken.
| 18.03.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-CHF |
0,9090 | 0,92 | 0,93 | 0,95 |
Anlagemöglichkeiten:
Wir halten an unserer Einschätzung fest und stufen Anleihen aus den vier genannten Währungsräumen in einem Devisenportfolio mit „neutral“ ein.