
Devisenmärkte
Devisenmärkte
US-Dollar: Robustes fundamentales Umfeld
Aus Sicht des Dollars ist das Thema Schuldenstreit durch die Einigung der beiden Parteien zunächst erledigt. Dies führte in der ersten Reaktion zu Verlusten für die Währung, die ja häufig negativ auf eine am Markt zunehmende Risikofreude reagiert. Demgegenüber steht jedoch das aktuell (noch) robuste fundamentale Umfeld. In den letzten Wochen haben die meisten Konjunkturdaten zumeist positiv überrascht. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe enttäuschte hingegen.
Pro US-Dollar | Contra US-Dollar |
---|---|
EZB erhöht Leitzinsen weniger stark als erwartet |
EWU-Wirtschaft wächst stärker als antizipiert |
US-Wirtschaft vermeidet eine Rezession |
Unerwartet starke US-Leitzinssenkungen |
Geopolitische Krisen stärken Dollar als sicheren Hafen |
Risikoaversion nimmt global ab |
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar
Angesichts der noch immer hohen Inflation, die geldpolitischen Falken verweisen hier vor allem auf die Kernrate, sind von der EZB noch weitere Zinserhöhungen zu erwarten, was dem Euro Aufwertungspotenzial beschert.
Die US-Notenbank dürfte hingegen ihren Leitzinserhöhungszyklus abgeschlossen haben und im Frühjahr 2024 den Leitzins moderat senken.
06.06.2023 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
EUR-USD | 1,0683 |
1,10 | 1,12 | 1,15 |
Quelle: DZ BANK Prognose, Refinitiv
Japanischer Yen
Der globale Abschwung im verarbeitenden Gewerbe scheint die japanischen Investitionspläne trotz der Abhängigkeit vom Exportsektor offenbar bislang nicht zu beeinträchtigen. Im Währungspaar Dollar-Yen dürfte sich der Tanz um die 140er-Marke fortsetzen. Die aktuelle Yen-Schwäche könnte die Geldpolitik beeinflussen.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen
Auch wenn der Präsident der Bank of Japan, Ueda, derzeit defensiv auftritt, sollten die Marktteilnehmer seine Ambitionen für eine vorsichtige monetäre Normalisierung nicht unterschätzen. Wir favorisieren im weiteren Jahresverlauf eine Anpassung des Zinsziels in Form einer Feinjustierung. Mithin dürfte der Yen auch zum Euro aufwerten.
Die aktuelle Schwäche des Yens gegenüber dem US-Dollar birgt Inflationsgefahren. Sollte Ueda die Folgen der Yen-Abwertung kritischer beurteilen als sein Vorgänger Kuroda, könnte er seine Exit-Pläne schneller vorantreiben müssen.
06.06.2023 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
EUR-JPY |
149,09 |
143 |
140 |
138 |
Quelle: DZ BANK Prognose, Refinitiv
Britisches Pfund
Derzeit können sich die Marktteilnehmer mit Faktoren auseinandersetzen, die sich auf die Inflation und die Wirtschaft auswirken könnten. Dazu gehören vor allem die jüngsten Überlegungen der Regierung, den Preisanstieg bei bestimmten Lebensmitteln zu begrenzen, und die jüngsten Daten von Nationwide, die zeigen, dass die durchschnittlichen Hauspreise den vierten Monat in Folge gefallen sind.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund
Auf ihrer Mai-Sitzung erhöhte die Bank of England erneut ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf nun 4,50%. Die Inflation hat sich als ziemlich hartnäckig erwiesen, besonders die Kerninflation. Vor diesem Hintergrund heben wir unsere Prognose für den britischen Leitzins leicht von zuvor 4,50% auf 4,75% an, doch besteht nach wie vor die Gefahr einer weiteren Straffung.
Die britische Währung hat in den vergangenen Wochen tendenziell gegenüber dem Euro aufgewertet. Im Kursverhältnis Euro-Pfund sind die guten Nachrichten für das Sterling nun bereits eingepreist.
06.06.2023 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
EUR-GBP |
0,8610 | 0,89 |
0,90 |
0,91 |
Quelle: DZ BANK Prognose, Refinitiv
Schweizer Franken
Mit nur noch 2,2% (J/J) ist die Inflationsrate bei den Eidgenossen erwartungsgemäß stark rückläufig. Dass damit das 2%-Ziel zur Preisstabilität in Reichweite kommt, ist für die Offiziellen der Schweizerischen Nationalbank aber offenbar kein Grund, von der Idee einer weiteren Zinserhöhung im Juni abzurücken.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken
Der Euro wird aktuell zu rund 0,9700 Franken gehandelt. Die SNB begrüßt die Franken-Aufwertung als Mittel zur Bekämpfung importierter Inflation und unterstützt dies neuerdings sogar mit massiven Devisen-Verkäufen (Intervention).
Mittelfristig sollte der Euro von der weiter sinkenden schweizerischen Inflationsrate profitieren, die der SNB den Druck nimmt, ihren Leitzins noch über den Juni hinaus zu erhöhen. Deutlicher als die SNB dürfte die EZB ihren Schlüsselzins anheben.
06.06.2023 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
EUR-CHF |
0,9698 | 1,00 | 1,03 |
1,05 |
Quelle: DZ BANK Prognose, Refinitiv
Anlagemöglichkeiten:
Aufgrund der von uns erwarteten Yen-Aufwertung halten wir weiterhin japanische Fremdwährungsanleihen für attraktiv. Demgegenüber sind wir für Anleihen in britische Pfund wegen der von uns prognostizierten Pfund-Abwertung neutral eingestellt.