Devisenmärkte
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US-Dollar: Greenback von schwachen US-Arbeitsmarktdaten belastet
Die US-Notenbank hat erwartungsgemäß ihren Leitzins gesenkt. Obwohl die Fed ihre Wachstumsprognose angehoben und zunächst eine Pause im Zinssenkungszyklus angedeutet hat, hat der US-Dollar abgewertet. Euro-Dollar stieg über die Marke von 1,17 US-Dollar. Der Euro profitierte auch zunächst von erfreulichen Konjunkturdaten aus der Eurozone und später von schwachen US-Daten (Erstanträge zur US-Arbeitslosenunterstützung).
| Pro US-Dollar | Contra US-Dollar |
|---|---|
| EZB senkt wider Erwarten ein weiteres Mal ihren Leitzins | US-Wirtschaft kühlt sich stärker als erwartet ab |
| Geopolitische Krisen gewinnen an Brisanz | Geopolitische Risiken nehmen ab |
| EWU-Wirtschaft erholt sich weniger stark als angenommen | Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed |
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar
Der US-Dollar leidet derzeit auch unter den Bestrebungen Donald Trumps, einen regierungsnahen Nachfolger für den US-Notenbankpräsidenten Powell zu ernennen.
Während die Fed die Leitzinsen weiter reduzieren sollte, dürfte die EZB im Jahr 2026 ihr Leitzinsniveau bestätigen. Dieser geldpolitische Ausblick und die zu erwartende EWU-Konjunkturerholung sollten den Euro stärken.
| 17.12.2025 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-USD | 1,1750 | 1,17 | 1,20 | 1,22 |
Japanischer Yen
Die Inflation in Japan ist anhaltend zu hoch, die Unternehmensgewinne sind trotz Handelsstreit solide, der Arbeitsmarkt sendet Knappheitssignale, 2026 ist mit einer Fortsetzung der (Tarif-)Lohnerhöhungen zu rechnen und nicht zuletzt verstärkt der anhaltend schwache Yen das Risiko importierter Inflation. Vor diesem Hintergrund hat die Bank of Japan (BoJ) den Markt auf eine moderate Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte am 19. Dezember auf dann 0,75% vorbereitet. Der Zinsschritt dürfte von einem taubenhaften Wording auf der Sitzung begleitet werden.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen
Während die Fed ihren Leitzins im Jahr 2026 weiter absenken und die EZB ihren Einlagezins bestätigen dürfte, sollte die BoJ ihren Weg hin zu einer geldpolitischen Normalisierung fortsetzen. In diesem Umfeld könnte der Yen leicht aufwerten. Störfaktoren könnten von einer schuldenfinanzierten Ausgaben- und einer (heimlichen) Abwertungspolitik der neuen Regierung in Japan ausgehen.
| 17.12.2025 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-JPY |
182,69 | 178 | 176 | 177 |
Britisches Pfund
Eine im November auf 3,2% (J/J) von zuvor 3,6% (J/J) nachgelassene Inflationsrate hat der Bank of England (BoE) einen guten Grund für eine moderate Leitzinssenkung am 18. Dezember gegeben. Allerdings fiel das Abstimmungsergebnis mit fünf zu vier sehr knapp aus. Ob die BoE im Jahr 2026 weitere Zinssenkungen beschließen wird, hängt auch von der noch recht hartnäckigen Inflation im Dienstleistungssektor ab.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund
Nachdem das Pfund längere Zeit unter Druck stand, konnte es in den vergangenen Wochen gegenüber dem Euro und dem US-Dollar leicht an Boden gewinnen. Diese jüngsten Entwicklungen sind in geringem Maße eine positive Reaktion auf den im Haushalt angekündigten größeren finanzpolitischen Spielraum der britischen Regierung. Das reicht aber bei Weitem nicht dafür aus, dass das Pfund in den nächsten Monaten seine Bestmarken von 2025 gegenüber dem Euro und dem US-Dollar testen könnte.
| 17.12.2025 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-GBP |
0,8770 | 0,89 | 0,91 | 0,92 |
Schweizer Franken
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei 0,00% belassen. Die im Vorfeld der Sitzung eingetretene Entspannung im Kursverhältnis Euro-Franken hat den vorherrschenden Deflationsdruck gemindert. Eine Absenkung des Leitzinses in den Negativbereich wäre durchaus mit unerwünschten Nebenwirkungen für das eidgenössische Finanzsystem verbunden gewesen, sodass die Hemmschwelle für einen solchen Schritt recht hoch gewesen sein dürfte.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken
Der Schweizer Franken profitiert als sicherer Hafen in der Regel von geopolitischen Krisen und handelspolitischen Konflikten. Zuletzt haben die anhaltenden Friedensbemühungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg den Franken zum Euro leicht abwerten lassen. Die zu erwartende globale Aufwertung des Euro sollte sich auch im Kursverhältnis Euro-Franken widerspiegeln. Der nach der Kaufkrafttheorie ermittelte „faire“ Euro-Franken-Kurs liegt bei 0,95 Franken.
| 17.12.2025 |
+3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-CHF |
0,9340 | 0,93 | 0,94 | 0,95 |
Anlagemöglichkeiten:
Fremdwährungsanleihen auf Schweizer Franken, auf japanische Yen und Dollar-Anleihen bewerten wir auf Jahressicht mit „neutral“. Anleihen in britische Pfund sind auf „neutral“ zurückgestuft worden, da die Vorteile aus dem höheren Coupon die zu erwartenden Wechselkurseffekte nicht mehr ausreichend kompensieren.