Devisenmärkte
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US-Dollar: Viele Faktoren lasten auf dem Greenback
Zwar hat sich der US-Dollar zuletzt etwas stabilisiert, der Trend ist aber zum Euro abwärtsgerichtet. Zeitweise stieg Euro-Dollar auf über 1,20 Dollar. Verantwortlich hierfür waren gleich mehrere Faktoren: die Diskussion über territoriale Ansprüche der US-Administration auf Grönland, die erneut aufflammenden Debatten über die Unabhängigkeit der Fed und die damit verbundene Frage der institutionellen Verlässlichkeit sowie Spekulationen über koordinierte währungspolitische Maßnahmen der USA und Japans zur Stützung des Yen.
| Pro US-Dollar | Contra US-Dollar |
|---|---|
| EZB senkt wider Erwarten ein weiteres Mal ihren Leitzins | US-Wirtschaft kühlt sich stärker als erwartet ab |
| Geopolitische Krisen gewinnen an Brisanz | Geopolitische Risiken nehmen ab |
| EWU-Wirtschaft erholt sich weniger stark als angenommen | Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed |
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar
Für Euro-Dollar rechnen wir – mittelfristig – mit höheren Notierungen. Während sich die wirtschaftlichen Perspektiven in der Eurozone aufhellen, werden die USA in den nächsten Monaten eine Schwächephase durchlaufen. Darüber hinaus wird die EZB ihr aktuell leicht expansives Leitzinsniveau bestätigen, die Fed wird dagegen weiter ihre Zinsen senken. Auch aufgrund Trumps (immer noch) erratischer Wirtschaftspolitik dürften Investoren zunehmend ihr Dollar-Exposure reduzieren.
| 04.02.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-USD | 1,1800 | 1,17 | 1,20 | 1,22 |
Japanischer Yen
In Japan stehen am Sonntag, 8. Februar, vorgezogene Neuwahlen zum Unterhaus an. Premier Takaichi und ihre LDP dürften vor einem Erdrutschsieg stehen. Nach jüngsten Meinungsumfragen gelten die zur alleinigen LDP-Mehrheit nötigen 233 von 465 Sitzen als praktisch sicher. Damit wäre die fragile Minderheitsregierung beendet und der Weg frei für eine Umsetzung der proaktiven Finanzpolitik mit Steuersenkung und höheren Ausgaben, für die Takaichi eintritt. Kompromisse im Unterhaus wären dann nicht mehr erforderlich; im Oberhaus fehlt jedoch weiterhin die LDP-Mehrheit, was die stärksten fiskalischen Eskapaden bremst.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen
Der Yen geriet unter Druck, nachdem Takaichi erklärte, eine schwache Währung könne eine große Chance für die Exportindustrie darstellen. Damit dämpfte sie am Markt zuletzt Spekulationen auf mögliche Interventionen.
| 04.02.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
|
| EUR-JPY |
184,80 | 181 | 180 | 177 |
Britisches Pfund
Die Bank of England hat den Leitzins auf ihrer Sitzung am 5. Februar unverändert belassen. Fünf der neun Notenbankmitglieder votierten für eine Bestätigung des Leitzinsniveaus. Fiskalpolitisch deutet der neue Haushalt auf steigende Ausgaben und höhere Steuern hin. Die Konjunktur wird sich dadurch wohl nicht spürbar erholen. Die Finanzministerin hat aber ihren fiskalischen Spielraum verbessert, worauf die Märkte positiv reagiert haben. Da derzeit innenpolitisch nichts besonders gut läuft, steht Premierminister Starmer unter moderatem Druck – seine Zustimmungswerte sind sehr niedrig.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund
Nachdem der Euro im Herbst einen positiven Trend gezeigt hatte, verlor er seit Weihnachten mehr als zwei Pence auf 0,8610 Pfund. Allerdings dürfte die Geld-politik dem Euro helfen: Die EZB wird die Zinsen unverändert lassen, während die Bank of England sie 2026 um 50 Basispunkte senken dürfte.
| 04.02.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
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| EUR-GBP |
0,8630 | 0,88 | 0,90 | 0,91 |
Schweizer Franken
Erst der Grönland-Konflikt, dann die sich beschleunigende Dollarabwertung, gefolgt von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten (Iran) – in diesem Umfeld hat der Schweizer Franken seinen Trumpf als globaler sicherer Hafen ausgespielt. Euro-Franken fiel unter die Marke von 0,92 Franken.
Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken
Der Franken profitiert immer wieder als globaler sicherer Hafen von geopolitischen Risiken. Der konstant hohe Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz führt zu strukturellem Aufwertungsdruck.
Da der Zinssenkungsspielraum der Schweizerischen Nationalbank ausgereizt ist, wäre eine aktivere Interventionspolitik zur Franken-Schwächung naheliegend, die allerdings bei der US-Administration auf Widerstand wegen angeblicher Devisenmarkt-Manipulation stoßen würde.
Aufgrund anhaltender Inflationsdivergenzen sinkt der faire Euro-Franken-Kurs laut Kaufkraftparität, er liegt bei nur 0,94 Franken.
| 04.02.2026 | +3 Monate |
+6 Monate | +12 Monate |
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| EUR-CHF |
0,9170 | 0,93 | 0,94 | 0,95 |
Anlagemöglichkeiten:
Fremdwährungsanleihen auf Schweizer Franken, auf japanische Yen, britische Pfund und Dollaranleihen bewerten wir auf Jahressicht mit „neutral“.