Rentenmärkte
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US-Rentenmarkt
Wie erwartet haben die US-Währungshüter bei ihrer letzten Sitzung im Jahr 2025 eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte beschlossen. Damit liegt das Zielband für die Fed Funds Rate nun bei 3,50% bis 3,75%. Um die in den vergangenen Wochen aufgetretenen Spannungen am US-Geldmarkt zu lindern, haben die Währungshüter beschlossen, temporär Treasury-Bills zu kaufen.
Wie bereits zur Oktober-Sitzung wiederholte US-Notenbankchef Powell im Rahmen der Pressekonferenz, dass es angesichts der Risiken für die beiden Ziele der Notenbank (Preisniveaustabilität/Vollbeschäftigung) keinen risikofreien Weg für die Geldpolitik gebe. Für den Inflationsausblick bestehen nach wie vor Aufwärtsrisiken. Zwar geht die Notenbank davon aus, dass der zollbedingte Inflationsschub nur temporärer Natur ist, doch muss sie dies auch sicherstellen. Zugleich bestehen im Hinblick auf die Lage am Arbeitsmarkt signifikante Abwärtsrisiken. Die Notenbank-Oberen stehen somit auch mit Blick auf 2026 vor der Herausforderung, die richtige geldpolitische Balance zu finden. Zusammenfassend sehen wir uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die Fed zu Beginn 2026 eine Pause im Senkungszyklus einlegen dürfte. Zugleich bleibt die Tür für eine weitere Annäherung an das geldpolitisch neutrale Leitzinsniveau im Jahresverlauf 2026 geöffnet.
Euro-Rentenmarkt
Das Jahr 2025 entpuppte sich als facettenreiches Jahr, geprägt unter anderem durch Trumps Politik, dem deutschen Fiskalpakt und einer Rückkehr der Inflation in der Eurozone zum 2%-Ziel. Für das europäische Staatsanleihesegment bedeutete das eine steilere Zinskurve mit steigenden Renditen bei langen Laufzeiten. Zehnjährigen Bund-Renditen kletterten von rund 2,40% auf 2,85% und stiegen am ersten Handelstag des neuen Jahres sogar auf rund 2,90%.
Auf Sicht der kommenden drei Monate dürfte sich die Bundkurve unserer Einschätzung nach nochmals nach unten verschieben. Bei den zehnjährigen Bunds sehen wir auf Sicht von drei Monaten die Marke von 2,70% im Visier. Die konjunkturelle Dynamik, getrieben durch die Fiskalpakete der Bundesregierung, sollte erst peu à peu im Jahresverlauf 2026 zum Tragen kommen. Angesichts von Energiepreisbasiseffekten dürfte die EWU-Inflation Anfang 2026 zudem zunächst zurückgehen, was sich auch dämpfend auf den graduellen Renditeanstieg auswirken sollte. Die zehnjährige Bund-Rendite erwarten wir auf Jahressicht bei 3%.
Fazit
Zwar dürfte die EZB im Jahr 2026 ihre Geldpolitik unverändert belassen und die EWU-Inflation weitgehend seitwärts tendieren, die Bund-Renditen (zehn Jahre) sollten aber im Zuge der sich dann erholenden EWU-Wirtschaft moderat steigen.
Anlagemöglichkeiten
Wir halten an unserer Einschätzung fest, wonach Staatsanleihen des mittleren Laufzeitensegments in einem Staatsanleiheportfolio auf Jahressicht übergewichtet werden sollten.
Zinsprognose vom 11. Dezember 2025
| 07.01.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | 31.12.2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Refi-Satz | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 |
| EZB-Einlagezinssatz |
2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| 3-Monats-Euribor | 2,03 | 2,05 | 2,05 | 2,10 | 2,10 |
| 10 Jahre | 2,82 | 2,70 | 2,85 | 3,00 | 3,00 |
| Vereinigte Staaten | |||||
| Fed-Funds-Target | 3,50-3,75 | 3,50-3,75 |
3,25-3,50 | 3,00-3,25 | 3,00-3,25 |
| 10 J. Treasuries | 4,14 | 4,50 | 4,60 | 4,50 | 4,50 |
Rendite- und Zinsentwicklung Euroraum
Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose
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