Rentenmärkte
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US-Rentenmarkt
Der designierte US-Notenbankchef Warsh ist überzeugt, dass ein durch technischen Fortschritt (KI) getriebener Produktivitätszuwachs ein höheres Wachstum ohne höheren Inflationsdruck ermöglicht. Dies würde der Notenbank potenziell Spielraum eröffnen, die Leitzinsen weiter zu senken. Im Rahmen ihrer letzten Zusammenkunft haben die US-Währungshüter allerdings keine Eile signalisiert, die Zinszügel zu lockern. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass der nächste Lockerungsschritt noch etwas länger auf sich warten lässt und erst unter der Ägide von Warsh zur FOMC-Sitzung im Juni erfolgt. Bis zum Jahresende sollte dann noch eine weitere Senkung erfolgen, sodass das Zielband für die Fed-Funds-Rate mit 3% bis 3,25% das geldpolitisch neutrale Niveau erreicht.
Die US-Konjunktur erweist sich trotz der unberechenbaren Zollpolitik der US-Administration als überraschend robust. Steuersenkungen im Zuge der Big Beautiful Bill dürften die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Quartalen weiter stützen. Dies und ein noch zu erwartender zollbedingter temporärer Inflationsschub sollten den zehnjährigen US-Staatsanleihenrenditen auf Sicht von sechs Monaten weiteren Auftrieb liefern. Zielrichtung ist dabei ein Niveau um 4,60%. Die zusehends steigende US-Staatsverschuldung ist nach wie vor ein bedeutender Aspekt für ein höheres Renditeniveau, da Investoren hierfür einen Risikoausgleich verlangen.
Euro-Rentenmarkt
Während in den USA eine weitere Lockerung der Zinszügel wahrscheinlich ist, gehen wir im Euroraum auf absehbare Zeit von einem geldpolitischen Stillhalten aus. Wir rechnen auf Jahressicht mit einem unveränderten Einlagesatz (2%). Die auf den Weg gebrachten umfangreichen Fiskalmaßnahmen stützen die Aussicht auf eine in der zweiten Jahreshälfte an Dynamik gewinnende Konjunktur. Ein damit einhergehender moderat zunehmender Preisdruck dürfte gegen Jahresende 2026 eine erste Debatte über die Notwendigkeit einer EZB-Zinserhöhung entfachen. Eine tatsächliche geldpolitische Straffung dürfte aber erst im Jahresverlauf 2027 erfolgen. Getragen vom wirtschaftlichen Aufschwung und einer aufkeimenden Zinserhöhungsdiskussion sehen wir die zehnjährige Bund-Rendite auf Jahressicht im Aufwind. Zielrichtung ist dabei ein Niveau um 3,10%. Da der Konjunkturimpuls durch eine höhere Schuldenaufnahme erkauft ist, kommt in der zu erwartenden Renditeaufwärtsbewegung auch eine höhere Risikoprämie für Investoren zum Ausdruck.
Fazit
Sowohl in den USA als auch in der Eurozone werden die Renditen der Staatsanleihen steigen. Hierzulande dürften angesichts einer im Jahresverlauf 2026 wieder anziehenden EWU-Inflation EZB-Zinserhöhungsspekulationen aufkommen.
Anlagemöglichkeiten
Zuletzt haben sich die zehnjährigen Bund-Renditen ausgehend von ihren Jahreshochs bei rund 2,90% auf 2,75% verringert. Investoren in diesem Laufzeitensegment könnten die erzielten Kursgewinne vor Fälligkeit realisieren und im kürzeren bis mittleren Laufzeitenbereich reinvestieren. Dieses Segment sollte mit Blick auf eine steiler werdende Zinsstrukturkurve übergewichtet werden.
Zinsprognose vom 12. Februar 2026
| 18.02.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | 31.12.2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Refi-Satz | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 |
| EZB-Einlagezinssatz |
2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| 3-Monats-Euribor | 2,01 | 2,05 | 2,05 | 2,10 | 2,10 |
| 10 Jahre | 2,74 | 2,80 | 2,95 | 3,10 | 3,10 |
| Vereinigte Staaten | |||||
| Fed-Funds-Target | 3,50-3,75 | 3,50-3,75 |
3,25-3,50 | 3,00-3,25 | 3,00-3,25 |
| 10 J. Treasuries | 4,09 | 4,50 | 4,60 | 4,40 | 4,40 |
Rendite- und Zinsentwicklung Euroraum
Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose
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