Rentenmärkte
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US-Rentenmarkt
Die Entwicklung der zehnjährigen US-Staatsanleihen-Rendite glich in den letzten Wochen einer Achterbahnfahrt. Aktuell liegt die US-Rendite bei etwa 4,25%. Ein zumindest temporärer Teuerungsschub, der von den Energiepreisen und den Zöllen herrührt, dürfte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in den kommenden Monaten in die Höhe treiben. Ein weiterer Aspekt, der die Aussicht auf ein höheres Renditeniveau stützt, ist die weiterhin solide US-Konjunktur. Auf Sicht von sechs Monaten rechnen wir in unserem Basisszenario mit einem Anstieg der zehnjährigen US-Rendite bis in den Bereich von 4,60%. Angesichts eines auf Jahressicht dann wieder abklingenden Preisdrucks und einer perspektivisch auch nachlassenden konjunkturellen Dynamik dürfte das lange Ende wieder etwas niedriger tendieren und sich bei 4,40% einpendeln. In unserem Basisszenario gehen wir weiterhin davon aus, dass die Fed in diesem Jahr zwei moderate Zinssenkungen beschließt.
Euro-Rentenmarkt
In unserem Basisszenario dürfte die EZB über den temporären Inflationsschub hinwegsehen und auch nach ihrer jüngsten Sitzung am 19. März weiterhin ihrer „Wait-and-See“-Haltung treu bleiben. Getragen von einer voranschreitenden konjunkturellen Belebung in Deutschland und im Euroraum dürfte die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf Jahressicht bei 3,10% zu liegen kommen.
In dem Szenario 2 dürften die für einen längeren Zeitraum auf erhöhtem Niveau verharrenden Rohölpreisnotierungen die konjunkturelle Dynamik im Euroraum etwas bremsen. Unter Berücksichtigung höherer Energiepreise ist davon auszugehen, dass die Inflation im Euroraum im laufenden und im kommenden Jahr über das EZB-Preisziel von 2% klettert. Daher rechnen wir in diesem Szenario mit zwei Zinserhöhungsschritten der EZB im Umfang von jeweils 25 Basispunkten. Ein erster Erhöhungsschritt sollte zum Jahresende 2026 erfolgen. Die zehnjährige Bund-Rendite dürfte auf Jahressicht bei 3,20% liegen.
Eine ausgeprägte Rallye des Rohölpreises hätte einen Wachstumseinbruch in der Eurozone zur Folge. In diesem Szenario 3 müsste zugleich von einem deutlichen Anstieg der Inflation im Euroraum ausgegangen werden. Der Energiepreisschock würde die Teuerungsrate auf über 3% klettern lassen. In diesem Umfeld dürften sich die Währungshüter bereits im Sommer 2026 mit einer ersten Zinserhöhung gegen den Inflationsschub stemmen. Bis Anfang 2027 sollten dann noch zwei weitere Erhöhungsschritte (je 25 Basispunkten) folgen. Unter dem Eindruck des geldpolitischen Straffungskurses und einer hartnäckigen Inflation sollte das lange Ende auf Jahressicht ein Niveau von 3,40% erreichen. Die EWU-Zinsstrukturkurve dürfte sich dann nach oben verschieben.
Fazit und Anlagemöglichkeiten
In unserem Basisszenario sollten sich die Inflationserwartungen im Sog des fallenden Rohölpreises wieder verringern. Investoren könnten dann auf eine Zurückbildung der vorausgeeilten Zinserhöhungserwartungen setzen. Aufgrund des Chance-Risiko-Profils sind kurze Laufzeiten überzugewichten.
Zinsprognose (Basisszenario) vom 12. März 2026
| 18.03.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | 31.12.2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Refi-Satz | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 |
| EZB-Einlagezinssatz |
2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| 3-Monats-Euribor | 2,12 | 2,05 | 2,05 | 2,10 | 2,10 |
| 10 Jahre | 2,95 | 2,80 | 2,95 | 3,10 | 3,10 |
| Vereinigte Staaten | |||||
| Fed-Funds-Target | 3,50-3,75 | 3,50-3,75 |
3,25-3,50 | 3,00-3,25 | 3,00-3,25 |
| 10 J. Treasuries | 4,26 | 4,50 | 4,60 | 4,40 | 4,40 |
Rendite- und Zinsentwicklung Euroraum
Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose
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