Rentenmärkte
Rentenmärkte
US-Rentenmarkt
Wie erwartet haben die US-Währungshüter bei ihrem Meeting am 28. Januar keine Anpassungen an ihrem geldpolitischen Kurs vorgenommen. Die Charakterisierung der konjunkturellen Entwicklung klingt etwas zuversichtlicher als noch im Dezember. Die Notenbank beschreibt die wirtschaftliche Dynamik nun als solide (zuvor: „moderate pace“). Mit Blick auf die Arbeitslosenquote konstatiert die Fed Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Teuerungsentwicklung betrachten die FOMC-Mitglieder nach wie vor als etwas erhöht. Die Ausführungen von Fed-Chef Powell vermitteln den Eindruck, dass eine weitere Lockerung der Zinszügel grundsätzlich eine Option bleibt, es hierfür aber keinen Grund zur Eile gibt. Über den weiteren geldpolitischen Kurs werde in Abhängigkeit der Datenlage entschieden. Die Tür für eine weitere Lockerung der Zinszügel bleibt somit weiter offen.
US-Präsident Donald Trump hat sich entschieden: Kevin Warsh soll Jerome Powell ab Mai als Fed-Vorsitzenden beerben. Der 55-jährige Warsh war von 2006 bis 2011 Mitglied des Fed-Gouverneursrates und ist an der Wall Street bestens vernetzt. Warsh hat sich in der Vergangenheit für eine Reihe von Veränderungen bei der US-Notenbank ausgesprochen, darunter eine deutliche Reduzierung der Bilanzsumme. Wegen seiner glaubwürdigen Vita dürfte er aber nicht automatisch Forderungen der Regierung, die Leitzinsen deutlich zu senken, nachgeben. Trotz einer herausragenden Rolle als Notenbankchef wären die Möglichkeiten von Warsh, den Kurs der US-Geldpolitik grundlegend zu ändern, sowieso begrenzt. Auch er hat nur eine Stimme im FOMC-Gremium.
Euro-Rentenmarkt
Die Währungshüter der EZB signalisieren bereits seit Längerem, dass man sich mit der aktuellen geldpolitischen Ausrichtung gut positioniert sieht. Zugleich betonen die Notenbank-Oberen, dass der Ausblick für die weitere Inflationsentwicklung von ungewöhnlich hoher Unsicherheit geprägt ist. Dabei haben die Notenbanker sowohl Aufwärts- (Rohölpreis, Löhne) als auch Abwärtsrisiken (fester Euro) für die Teuerungsentwicklung im Blick. Seit dem Dezember-Treffen hat sich am fundamentalen Umfeld nur wenig geändert. Vor diesem Hintergrund ist das geldpolitische Stillhalten am 5. Februar keine große Überraschung. Erst gegen Ende 2026 könnten sich angesichts der dann wieder steigenden Teuerungsrate Zinserhöhungsspekulationen bilden, die den Euro-Rentenmarkt belasten dürften.
Fazit
Zwar dürfte die EZB im Jahr 2026 ihre Geldpolitik unverändert belassen und die EWU-Inflation weitgehend seitwärts tendieren, die Bund-Renditen (zehn Jahre) sollten aber im Zuge der sich dann erholenden EWU-Wirtschaft moderat steigen:
Anlagemöglichkeiten
Auf Basis der Total-Return-Analyse könnten Laufzeiten im kürzeren bis mittleren Segment derzeit übergewichtet werden.
Zinsprognose vom 16. Januar 2026
| 04.02.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | 31.12.2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Refi-Satz | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 | 2,15 |
| EZB-Einlagezinssatz |
2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 | 2,00 |
| 3-Monats-Euribor | 2,04 | 2,05 | 2,05 | 2,10 | 2,10 |
| 10 Jahre | 2,87 | 2,80 | 2,95 | 3,00 | 3,00 |
| Vereinigte Staaten | |||||
| Fed-Funds-Target | 3,50-3,75 | 3,50-3,75 |
3,25-3,50 | 3,00-3,25 | 3,00-3,25 |
| 10 J. Treasuries | 4,28 | 4,50 | 4,60 | 4,40 | 4,40 |
Rendite- und Zinsentwicklung Euroraum
Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose
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