Rentenmärkte

Rentenmärkte

US-Rentenmarkt

Die Währungshüter beließen den Leitzins am 1. Mai in der Spanne von 5,25% bis 5,50%. Sie sehen in jüngster Zeit keine weiteren Fortschritte in Richtung ihres Inflationsziels von 2%. Eine Zinswende sei nicht angebracht, solange nicht mehr Zuversicht herrsche, dass sich die Teuerungsrate nachhaltig dem Fed-Ziel nähere. Es zeichne sich ab, dass es länger als zunächst gedacht dauern werde, dieses Maß an Vertrauen zu erhalten, so Fed-Chef Jerome Powell während der Pressekonferenz. Ab Juni wird die Fed jedoch monatlich nur noch US-Staats­anleihen im Wert von bis zu 25 Mrd. Dollar auslaufen lassen, ohne sie zu er­setzen. Bislang lag die Obergrenze bei 60 Mrd. Dollar pro Monat.

 

Wir gehen zusammenfassend davon aus, dass Zeitpunkt und Tempo der Zinssenkungen stark von der weiteren Inflationsentwicklung abhängen werden. Solange die Inflation hoch bleibt und die Wirtschaft robust läuft, kann die Fed geduldig sein. Da die Inflation in den kommenden Monaten nur langsam zurückgehen dürfte, rechnen wir nun mit einer längeren Pause der Fed. Diese Pause wird so lange andauern, bis die Inflation nachhaltig in Richtung des 2%-Ziels zurückgeht. Wir sind aber weiterhin davon überzeugt, dass dies noch bis Ende des Jahres der Fall sein wird. Da die Fed die Zinswende unseres Erachtens nicht kurz vor den US-Präsidentschaftswahlen einleiten wird, dürfte ein erster Zinsschritt nach unten erst gegen Ende des Jahres erfolgen. Wir rechnen mit einer Zinssenkung von 25 Basispunkten in diesem Jahr. Die Zinswende dürfte unseres Erachtens im Dezember eingeleitet werden.

10-jährige US-Treasuries

Euro-Rentenmarkt

Die Bund-Rendite (zehn Jahre) hat weiteren Auftrieb erfahren und ist mit knapp 2,60% zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Ende November ver­gan­genen Jahres geklettert. Als treibende Faktoren sehen wir zum einen die in den letzten Tagen deutlich gestiegene US-Treasury-Rendite (zehn Jahre). Zum anderen ist eine zunehmende marktseitige Unsicherheit über das Ausmaß des EZB-Zinssenkungszyklus auszumachen. So äußerte sich Bundesbank­präsident Nagel zuletzt dahingehend, dass nach einer Lockerung der Zinszügel im Juni nicht zwingend eine Serie von Zinssenkungen folgen müsse.

 

In Erwartung eines langsam nachlassenden Teuerungsdrucks und der damit einhergehenden vorsichtigen EZB-Zinssenkungen sollte das lange Ende der Zinsstrukturkurve auf Jahressicht niedriger tendieren. Einer ausgeprägten Abwärtsdynamik der Bund-Ren­dite (zehn Jahre) steht unserer Ansicht nach allerdings das voran­schreitende Quantitative Tightening der EZB entgegen. Die europäischen Währungshüter sind bereits seit geraumer Zeit bestrebt, ihre Anleihebestände abzuschmelzen.

10-jährige US-Treasuries vs. Bund

Fazit

Relevant für den Euro-Rentenmarkt werden die Leitzinsentscheidung der Noten­banken sowie Daten zur Lohn- und Inflationsentwicklung sein.

Anlagemöglichkeiten

Mittelfristig moderat sinkende (US-)Inflationsraten dürften sich insbesondere im mittleren Laufzeiten­segment (drei bis sieben Jahre) der Bund-Kurve niederschlagen. Diese Laufzeiten sollten in einem Staatsanleiheportfolio übergewichtet werden.

      

Zinsprognose vom 02. Mai 2024

  01.05.2024 +3 Monate +6 Monate +12 Monate 31.12.2024
Refi-Satz 4,50 4,25 3,65 3,15 3,40
EZB-Einlagezinssatz
4,00 3,75 3,50 3,00 3,25
3-Monats-Euribor 3,83 3,65 3,40 2,90 3,15
10 Jahre 2,56 2,40 2,30 2,00 2,20
Vereinigte Staaten          
Fed-Funds-Target 5,25-5,50

5,00-5,25

5,25-5,50

4,50-4,75

5,00-5,25
10 J. Treasuries 4,65 4,00 3,70 3,50 3,50
Quelle: DZ BANK

 

 

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