Rentenmärkte
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US-Rentenmarkt
An der Fed dürften die Auswirkungen des Iran-Krieges nicht spurlos vorübergehen. Wir haben die bislang von uns erwarteten zwei US-Zinssenkungen im laufenden Jahr aus unseren Prognosen gestrichen. Erst im Verlauf des ersten Quartals 2027, wenn durch Basiseffekte der Energiepreisschock zumindest perspektivisch wieder verdaut sein sollte, dürfte sich das nächste Senkungsfenster für die US-Währungshüter öffnen. Am langen Ende der Zinsstrukturkurven, sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks, haben wir jedoch kaum Änderungen vorgenommen: Die hawkishere Geldpolitik sollte einen Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen im Großen und Ganzen einhegen können.
Das lange Ende der US-Zinskurve bewegt sich auf Sicht von zwölf Monaten im Spannungsfeld zwischen einer etwas höheren Inflation und einem leicht schwächeren Wachstum.
Euro-Rentenmarkt
Mit Blick auf unsere Zinsprognose wiegen die Inflationsgefahren deutlich stärker als die Wachstumseinbußen, insbesondere am kurzen Ende der Zinskurve. Statt 2026 den EZB-Zielwert von 2,0% J/J zu erreichen, sollte der Preisanstieg bei 2,8% liegen und auch im Folgejahr nur auf 2,3% zurückgehen. In diesem Umfeld halten wir es für wahrscheinlich, dass die EZB nicht mehr, wie bisher erwartet, das Leitzinsniveau unverändert belassen kann. Stattdessen dürfte bereits im zweiten Quartal eine Erhöhung um 25 Basispunkte anstehen, auch um klar zu signalisieren: keine Wiederholung von 2022! Damals war die EWU-Inflation in der Spitze über 10% gestiegen. Zwar sind die Vorzeichen heute anders: Mit einem aktuellen Einlagesatz von 2,0% ist die EZB dieser Tage bereits deutlich restriktiver als damals, aber von raschen Zinserhöhungen geht auch eine Signalwirkung aus, um Zweitrundeneffekte zu dämpfen. Im dritten Quartal sollte dann ein weiterer Leitzinsschritt folgen.
Unter dem Eindruck der konjunkturellen Abschwächung sollte der Druck auf das lange Ende zunächst begrenzt bleiben. Zudem sollte das Durchgreifen der EZB einen Anstieg der langfristigen Inflationserwartungen verhindern. Auf Jahressicht dürfte die zehnjährige Bund-Rendite aber im Zuge steigenden Emissionsvolumens an Bunds bis auf 3,20% steigen.
Fazit
Die infolge des Iran-Krieges zeitweise deutlich gestiegenen Rohölpreise haben die Inflationssorgen im Markt verstärkt und EZB-Zinserhöhungsspekulationen entfacht. Mithin sind nicht nur die Bund-Renditen am langen Ende, sondern auch die Kurzläufer-Renditen zeitweise deutlich gestiegen.
Anlagemöglichkeiten
Um die Inflationserwartungen weiterhin gut verankert zu lassen, dürfte die EZB im ersten Halbjahr 2026 den Leitzins anheben. Auf Jahressicht sollten die Bund-Renditen am langen Ende aufgrund der expansiven Wirtschaftspolitik in Deutschland und der damit einhergehenden höheren Emissionstätigkeit an Staatsanleihen noch weiter steigen. Demzufolge halten wir an unserer Einschätzung fest, wonach kürzere Laufzeiten in einem Staatsanleiheportfolio übergewichtet werden können.
Zinsprognose (Basisszenario) vom 25. März 2026
| 08.04.2026 | +3 Monate | +6 Monate | +12 Monate | 31.12.2026 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Refi-Satz | 2,15 | 2,40 | 2,65 | 2,65 | 2,65 |
| EZB-Einlagezinssatz |
2,00 | 2,25 | 2,50 | 2,50 | 2,50 |
| 3-Monats-Euribor | 2,17 | 2,45 | 2,55 | 2,55 | 2,55 |
| 10 Jahre | 2,93 | 3,00 | 3,10 | 3,20 | 3,15 |
| Vereinigte Staaten | |||||
| Fed-Funds-Target | 3,50-3,75 | 3,50-3,75 |
3,50-3,75 | 3,25-3,50 | 3,50-3,75 |
| 10 J. Treasuries | 4,30 | 4,50 | 4,60 | 4,40 | 4,40 |
Rendite- und Zinsentwicklung Euroraum
Renditestruktur Bundesanleihen und Prognose
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