Im Blickpunkt

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Trump sorgt mit seiner Zollkeule für Verunsicherung und belastet Welthandel

Donald Trump schwingt weiter den Zollhammer. Er hat neue weitreichende Zollmaßnahmen „für Länder in der ganzen Welt" angekündigt, die auch die Europäische Union hart treffen. Nach einem neuen Dekret soll es grundsätzlich pauschale Zölle (Basiszoll) in Höhe von 10% auf alle Importe in die Vereinigten Staaten geben. Für viele Länder sollen je nach Größe des bilateralen US-Handelsdefizits höhere Strafabgaben greifen, wie der Republikaner ankündigte. Auf Einfuhren aus der Europäischen Union in die USA sind in Summe demnach zusätzliche Zölle in Höhe von 20% vorgesehen.

 

 



Der US-Präsident verschärft den US-Protektionismus


Die Zollsätze orientieren sich dabei nicht wie ursprünglich propagiert an diver­sen Faktoren, darunter Zollunterschiede, Subventionen, (Umsatz-)Steuern und die (unterstellte) Manipulation von Währungen. Vielmehr bildet ausschließlich das US-Handelsbilanzdefizit die Grundlage für die ermittelten Einfuhrabgaben. Von „reziprok“ und „großzügig“, wie Trump weiszu­machen versucht, kann demnach keine Rede sein, ebenso wenig von „fair“. So liegt beispielsweise die durchschnittliche Zolldifferenz zwischen den USA und der EU im unteren einstelligen Prozentbereich und nicht wie von Trump behauptet bei knapp 40%.


Von „fairen" und „reziproken" Zöllen Trumps kann keine
Rede sein


Seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus setzt Trump - ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit - auf Zölle. Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25% auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm seine Nachbarn Kanada und Mexiko ins Visier.

Trumps Liste an Zöllen wird immer länger

Doch die Zollpolitik hat auch eine deutliche Schattenseite: Trumps Zölle stellen auch ein Risiko für die US-Wirtschaft ein großes Risiko dar. Das Konsumklima hat sich bereits deutlich abgekühlt und eine weitere Stimmungs­eintrübung droht, wenn die Inflation in den USA einen neuen Schub durch die Zölle erhält. Durch die Autozölle stehen den US-Verbrauchern wohl nicht nur höhere Neuwagenpreise, sondern auch höhere Gebrauchtwagen­preise bevor. Schließlich dürfte die Nachfrage nach vergleichsweise günstigen gebrauchten Autos deutlich steigen.

Zölle auf deutsche Automobile belasten die Wirtschaft hierzulande stark

 

Mit diesen Zöllen will Trump die inländische Produktion stärken und aus­ländische Firmen dazu veranlassen, einen Standort in den USA aufzubauen. Gleichzeitig will er die Zolleinnahmen zur Senkung der Unternehmens­steuern verwenden und die USA attraktiver machen. Dies sind die wesentlichen Eckpfeiler der „Make-America-Great-Again“-Politik Trumps.

Was will Trump mit den Zöllen bezwecken?

 

Doch die Zollpolitik hat auch eine deutliche Schattenseite: Trumps Zölle stellen auch ein Risiko für die US-Wirtschaft ein großes Risiko dar. Das Konsumklima hat sich bereits deutlich abgekühlt und eine weitere Stimmungs­eintrübung droht, wenn die Inflation in den USA einen neuen Schub durch die Zölle erhält. Durch die Autozölle stehen den US-Verbrauchern wohl nicht nur höhere Neuwagenpreise, sondern auch höhere Gebrauchtwagen­preise bevor. Schließlich dürfte die Nachfrage nach vergleichsweise günstigen gebrauchten Autos deutlich steigen. Damit könnten für viele Verbraucher schnell schmerz­hafte Erinnerungen an die hohen Preissteigerungen im Gebraucht­wagen­segment aus den Pandemiejahren aufkommen, als Lieferkettenprobleme die Nachfrage nach Gebrauchtwagen erheblich steigerten.

Zollpolitik stellt ein ernstzuneh­men­des Risiko für die US-Wirtschaft dar