Im Blickpunkt

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Bitcoin meldet sich zurück – Marke von 20.000 Dollar zurückerobert

Der Bitcoin-Kurs hat den Preisabsturz nach dem Skandal um die Krypto-Börse FTX von Anfang November überwunden und wieder die Marke von 20.000 US-Dollar hinter sich gelassen. Diverse Gründe lassen sich für diesen Kursanstieg anführen. Einen wesentlichen Einflussfaktor stellen in diesem Zusammenhang die zunehmenden Hoffnungen auf ein baldiges Ende der weltweiten Leitzinserhöhungen aufgrund der zuletzt rückläufigen Inflationsraten in den USA und Europa dar. Für die zweite Jahreshälfte werden an den US‑Geldmärkten sogar bereits wieder US-Leitzinssenkungen eingepreist. Ein weiterer Grund für das positive Sentiment ist das „Reopening“ in China. Viele Marktteilnehmer setzen aufgrund der beendeten Null-Covid-Politik auf auslaufende globale Lieferengpässe, einen steigenden Konsum in China sowie Nachholeffekte beim Reisetourismus.

 

 



Hoffnungen auf ein baldiges Ende der US-Zinserhöhungen und Corona-Abkehr in China gaben Bitcoin Auftrieb




Erfreuliche Meldungen gibt es des Weiteren aus dem Krypto-Sektor selbst. Die Insolvenzverwalter von FTX konnten laut jüngsten Aussagen einen Betrag in Höhe von etwa 5 Mrd. US-Dollar an liquiden Vermögenswerten sicherstellen. Zumindest ein nennenswerter Teil der ausstehenden Verbindlichkeiten der Krypto-Börse könnte damit bedient werden. Einige Beobachter verweisen zudem auf das im Mai 2024 anstehende „Bitcoin-Halving“: Zu diesem Zeitpunkt werden die Belohnungen für Bitcoin-Miner, die sie für die Verarbeitung der Transaktionen erhalten, halbiert – ein Ereignis, das ungefähr alle vier Jahre ansteht. Für die vergangenen zwei Zyklen konnte rund 18 Monate vor einem „Bitcoin-Halving“ eine Bodenbildung beim Kurs der Kryptowährung beobachtet werden. Geht es nach einigen Krypto-Befürwortern, ist dieser Zeitpunkt nun abermals gekommen und die jüngste Erholung stellt demnach der Beginn eines bis zum Frühsommer 2024 reichenden Kursaufschwungs dar.



„Bitcoin-Halving" im Mai 2024




Gerade angesichts der Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit ist es – trotz der zu einem gewissen Grad berechtigten Zuversicht – ratsam, potenzielle Störfaktoren für die Kursentwicklung von Bitcoin & Co. in den nächsten Monaten nicht außer Acht zu lassen. An dieser Stelle ist anzumerken, dass Ökonomen nach wie vor eine Rezession vieler westlicher Volkswirtschaften in den kommenden beiden Quartalen prognostizieren. In Stein gemeißelt ist der derzeitige Stimmungsaufschwung an den internationalen Finanzmärkten folglich (noch) nicht. Nicht auszuschließen ist darüber hinaus, dass Federal Reserve und EZB für einen längeren Zeitraum eine restriktivere Geldpolitik fahren (müssen), als derzeit von den Marktteilnehmern mehrheitlich erwartet wird. Und schlussendlich bleibt abzuwarten, ob und inwieweit sich die Corona-Lage in China in den nächsten Monaten tatsächlich nachhaltig entspannt.



Risiken für den Bitcoin nicht außer Acht lassen




 

Ein Fragezeichen steht zudem hinter dem künftigen Engagement institutioneller Investoren, die im Jahr 2021 zunehmend in den Krypto-Markt eingestiegen waren. Medienberichten zufolge fällt deren Kaufbereitschaft weiterhin gering aus. Dies kann darauf hindeuten, dass institutionelle Investoren noch nicht von einem nachhaltigen Aufschwung überzeugt sind. Nachvollziehbare Gründe für Skepsis bestehen durchaus, gibt es doch beinahe täglich Negativschlagzeilen von Unternehmen aus dem Krypto-Sektor. Zuletzt wurden der bedeutende Krypto-Kreditgeber Genesis sowie die Krypto-Börse Gemini von der SEC angeklagt. Die Aufsichtsbehörde wirft den Beteiligten den nicht registrierten Verkauf von Wertpapieren vor. Am 19. Januar hat Genesis nun ein Insolvenzverfahren nach Chapter 11 beantragt. Ausgenommen davon sind Sparten im Bereich Handel und Verwahrung von Kryptowährungen. Auch Gemini droht der Konkurs.  



Wie verhalten sich institutionelle Investoren?