Zwei Personen in formeller Kleidung, scheinbar in einer angeregten Diskussion oder einem Meeting, wirken konzentriert und zeigen möglicherweise auf etwas außerhalb des Bildes.

Im Blickpunkt

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Geldvermögen deutscher Privathaushalte wuchs dank Sparen und Aktien

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im Jahr 2025 um nahezu 600 Mrd. Euro oder gut 6% auf insgesamt über 10 Bio. Euro angewachsen sein. Obwohl der Vermögensaufbau damit etwas langsamer verlief als im Vorjahr (plus 7,5%), war er dennoch recht dynamisch. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war erneut die hohe Sparleistung der Haushalte. Basierend auf den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres schätzen wir die Sparquote für 2025 auf 10,4%. Dies liegt zwar unter dem Wert des Vorjahres, als die Bürger 11,2% ihres verfüg­baren Einkommens auf die hohe Kante legten, stellt aber immer noch eine leicht überdurchschnittliche Sparanstrengung dar. Der langfristige Vor-Corona-Durch­schnitt liegt bei 10,3%.

Geldvermögenszuwachs der Privathaushalte wuchs 2025 um gut 6%

Es war vor allem die auch aktuell immer noch hohe Unsicherheit, die die privaten Haushalte im letzten Jahr vorsichtig agieren ließ. Faktoren wie der anhal­tende Ukraine-Krieg, die Zollpolitik Donald Trumps, die den deutschen Export belastet, ein aufgestauter Reformbedarf in Deutschland, Defizite bei der Infra­struktur oder eine lähmende Bürokratie zählen zu den Ursachen des wirt­schaftlich schwierigen Umfelds. Hinzu kommt die Angst vor Arbeitsplatzverlust in wichtigen Bereichen der Industrie, die den Konsum dämpfte. Andererseits fiel es vielen Haushalten schwerer, etwas zur Seite zu legen. So wuchs das verfügbare Einkommen 2025 langsamer als in den Vorjahren, die durch hohe Tarifabschlüsse gekennzeichnet waren. Zudem ist die Arbeitslosigkeit aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter gestiegen.

Sparleistung stieg wegen der hohen Unsicherheit

Außerdem ging die Verzinsung von Bankeinlagen im letzten Jahr zurück. Die Zinseinnahmen waren während der Niedrigzinsphase durch niedrige, teils negative Einlagenzinssätze sowie durch Umschichtungen aufs Girokonto von einst 41 Mrd. auf nur noch 2 Mrd. Euro stark eingebrochen. Mit dem Zinsanstieg wuchs die Verzinsung von Bankeinlagen privater Haushalte 2023 und 2024 dann wieder schnell auf 29 Mrd. Euro. Zu diesem Anstieg hatte auch beige­tragen, dass die privaten Haushalte auf dem Girokonto oder in anderen Sicht­einlagen zwischengeparkte Mittel in besser verzinsliche Termineinlagen um­schichteten. 2025 kehrten sich dann beide Entwicklungen wieder um und die Zinseinnahmen sanken auf 25 Mrd. Euro. Trotz der teils widrigen Umstände belief sich die Geldvermögensbildung der privaten Haushalte – also die Investi­tion von Ersparnissen als neue, zusätzliche Anlagemittel – im letzten Jahr insgesamt auf voraussichtlich über 300 Mrd. Euro.

Etwas niedrigere Zinseinnahmen

Der erfreulichere Faktor für den Geldvermögensaufbau waren Aktien­kursgewinne. 2025 war das dritte Kalenderjahr in Folge mit kräftigen Kurs­steigerungen, die zu deutlichen Wertzuwächsen bei Aktien, Aktien- und Mischfonds sowie entsprechenden Zertifikaten führten. So trugen Kursgewinne voraussichtlich mit rund 290 Mrd. Euro maßgeblich zum Vermögensaufbau der Privathaushalte bei, der u.a. der Altersvorsorge dient. 

Kurssteigerungen bei Aktien unterstützten den Vermögensaufbau

Auch wenn 2026 nicht mit ganz so kräftigen Aktienkursgewinnen wie im Jahr 2025 gerechnet werden kann, bleiben die Perspektiven für die Geldanlage der privaten Haushalte in Deutschland insgesamt gut. So dürften die Kursniveaus an den Aktien­märkten zwar etwas schwächer zulegen als 2026, aber unter Schwankungen tendenziell weiter steigen. Unter der Annahme einer stabilen absoluten Er­sparnis beziehungsweise Geldvermögensbildung dürfte das private Geld­vermögen 2026 um rund 5% auf 10,5 Bio. Euro wachsen.

Gute Entwicklung des globalen Halbleitermarktes sollte sich fortsetzen